In Kenia hat es erneut Proteste gegen ein Quarantänezentrum für US-amerikanische Ebola-Kontaktpersonen gegeben. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstrierende ein und nahm mehrere Menschen fest, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Protestteilnehmer. Bereits in der vergangenen Woche waren bei den Protesten zwei Demonstrierende getötet worden.
Das geplante Quarantänezentrum mit 50 Betten auf einem US-Luftwaffenstützpunkt hatte bei den Demonstrierenden Sorge ausgelöst, das Ebola-Virus könnte dadurch auch nach Kenia kommen. In der größten Volkswirtschaft Ostafrikas wurde nach Angaben der CNN bislang kein Ebola-Fall registriert. Die geplante Einrichtung in Nanyuki, einer Stadt etwa 200 Kilometer nördlich von Nairobi, soll planmäßig Amerikaner aufnehmen, die zwar Kontakt mit Ebola gehabt hatten, aber noch keine Symptome zeigen.
USA wollen keine an Ebola erkrankten Menschen im Land
Die US-Regierung hatte zuvor erklärt, sie »könne und werde es nicht erlauben«, an Ebola erkrankte Menschen in die Vereinigten Staaten einreisen zu lassen. Kenianische Kritiker sahen laut Reuters und CNN darin den Versuch, ein US-amerikanisches Problem nach Ostafrika auszulagern.
Ein Gericht in Kenia hatte die geplante Eröffnung des Ebola-Quarantänezentrums bereits Ende Mai gestoppt und der Regierung untersagt, bis auf Weiteres ein von den USA oder anderen Staaten gegründetes Zentrum für die Quarantäne oder Behandlung von Ebola-Patienten auf kenianischem Staatsgebiet genehmigen. Trotz dieses Stopps gingen die Vorbereitungen Reuters zufolge weiter: Nach Angaben von US- und Diplomatenkreisen sowie auf Basis von Flugverfolgungsdaten brachten US-Militärflugzeuge weiterhin Personal und Ausrüstung nach Nanyuki. Mehrere weitere Maschinen werden demnach diese Woche erwartet. Satellitenbilder, die Reuters vorliegen, zeigen zudem seit dem 27. Mai eine wachsende Zahl weißer Zelte innerhalb der Laikipia Air Base in Nanyuki.
Kenias Präsident William Ruto befürwortet die Pläne
Die USA erklärten, sie seien sich der gerichtlichen Anfechtung bewusst und arbeiteten mit der kenianischen Regierung daran, Einwände auszuräumen. Der kenianische Präsident William Ruto verteidigte das Vorhaben bereits in der vergangenen Woche und sagte, seine Regierung tue »das Richtige«. Kurz nach der Zustimmung aus Nairobi kündigte Washington zudem 13,5 Millionen Dollar für Kenias Ebola-Vorsorge an.
Hintergrund ist der Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo und Uganda, mit inzwischen Hunderten bestätigten Fällen und mehr als 100 Todesfällen. Auch mehrere US-Staatsbürger waren dort dem Virus ausgesetzt gewesen. Einige von ihnen wurden nach Europa ausgeflogen. Dass die geplante Einrichtung ausgerechnet in Kenia entstehen sollte, obwohl das Land selbst nicht betroffen war, wurde zu einem zentralen Punkt der Kritik.
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