Der ehemalige langjährige NRW-Landesminister und Wirtschaftswissenschaftler Andreas Pinkwart rückt in den Vorstand der Bertelsmann Stiftung auf. Er werde die gemeinnützige Stiftung ab dem 1. Juli gemeinsam mit Brigitte Mohn, Mitglied der Stifterfamilie und Vorstandsvorsitzende, sowie dem Vorstand Wilhelm-Friedrich Uhr leiten, teilte die Stiftung mit. Nach gut drei Jahren scheidet bis dann die bisherige Vorständin Daniela Schwarzer aus. Pinkwart ist bis Ende Juni noch Professor für Innovations- und Technologiemanagement an der TU Dresden.
Er freue sich, künftig mit dem Vorstand und den Mitarbeitenden der Stiftung Lösungsansätze für die dringend gebotene Modernisierung des Landes entwickeln zu können, ließ Pinkwart mitteilen.
Bekanntes Gesicht der NRW-FDP und Ex-Minister
Der in Bonn promovierte Wirtschaftswissenschaftler ist vor allem durch seine politischen Ämter in Nordrhein-Westfalen bekannt: Der FDP-Politiker und langjährige Landesvorsitzende der Partei war von 2005 bis 2010 stellvertretender Ministerpräsident und Wissenschaftsminister und von 2017 bis 2022 Wirtschafts-, Digitalisierung- und Energieminister im bevölkerungsreichsten Bundesland.
Nach der folgenden Wahlniederlage der FDP in NRW kehrte er in die Wissenschaft zurück und wechselte an die Universität Siegen. Zwischen seinen Amtszeiten als Landesminister hatte er die Leipzig Graduate School of Managemant geleitet und an der Johns Hopkins University in Washington D.C. geforscht. Ab Herbst wird er im Nebenamt zu seiner neuen Rolle als Teil des dreiköpfigen Vorstands zudem eine Seniorprofessur für strategisches Unternehmertum an der Universität in Bonn übernehmen.
Stiftung will Lösungsvorschläge für gutes Miteinander vorlegen
Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete Stiftung mit Sitz in Gütersloh veröffentlicht regelmäßig Analysen und Studien aus den Bereichen Bildung, Demokratie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung und nimmt immer wieder aktiv zu politischen Entwicklungen Stellung. Die Denkfabrik ist neben der Familie Mohn Hauptanteilseigner des Bertelsmann-Konzerns. Ihr Budget ist damit direkt vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens abhängig. In den vergangenen Jahren lag die Summe bei rund 70 Millionen.
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