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Debatte um Social-Media-Verbot: Krummes Ding

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Die Welt diskutiert über ein Social-Media-Verbot für die Jugend. Aber was ist mit den Erwachsenen, sollen die weiter verblöden?

Wenn irgendwann in ferner Zukunft die Frage auftaucht, wie es eigentlich zuging im 21. Jahrhundert, wie die Menschen sich damals verhielten, im Bus, im Café, auf ihrem Sofa, dann wird die Antwort schnell umrissen sein: Sie beugten das Haupt, schlugen die Augen nieder. Fügten sich in stumme Demut, ohne dass irgendein Führer sie dazu hätte zwingen müssen. Orthopäden nannten es nüchtern das Dropped-Head-Syndrom: Der Gegenwart wurde der Kopf zu schwer. Sie ließ ihn hängen, tiefer, immer tiefer, dem Smartphone entgegen.

Natürlich ist die körperliche Verkrümmung auch Ausdruck der geistigen Haltungsschäden, über die gerade aufgeregt diskutiert wird. Viele pochen sehr energisch auf Prophylaxe: Kinder und Jugendliche, heißt es, müssten umgehend von der digitalen Dauerbestrahlung abgehalten werden. Gefordert wird ein Verbot, niemand unter 16 Jahren solle noch ungehindert Instagram, Snapchat, TikTok nutzen dürfen. Australien hat es kürzlich durchgesetzt, in Europa planen Spanien und Frankreich restriktive Regeln, deutsche Parteien erwägen ein abgestuftes Verbot. Und geht es nach Ursula von der Leyen, wird bald schon die gesamte EU nicht nur Alkohol und Tabak, sondern auch digitale Drogen regulieren: Schluss mit Social Media, diesen Rauschmitteln aus Bildern, Tönen, Textchen. Bewahrt die Jungen! Zumindest sie.

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