Mit einer
farbenfrohen Show sind die 25. Olympischen Winterspiele in Italien zu
Ende gegangen. Nach dem sportlichen Spektakel auf Schnee und Eis standen die
Athletinnen und Athleten in der historischen Arena von
Verona noch einmal im Mittelpunkt, bevor um 22.41 Uhr die Olympischen Feuer am
Arco della Pace in Mailand und an der Piazza Dibona in Cortina erloschen.
Es seien “wahrhaft,
wahrhaft magische” Spiele gewesen, sagte die Präsidentin des Internationalen
Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, in ihrer Abschlussrede. Die
frühere Schwimm-Olympiasiegerin lobte die Gastgeber: “Ihr habt Winterspiele der
neuen Art veranstaltet und einen neuen Standard für die Zukunft gesetzt.”
Deutsche Rekordrodler waren Fahnenträger
Erstmals erfolgte
die olympische Schlussfeier an einem Ort, an dem es überhaupt keine Wettbewerbe
gegeben hatte: in der 2000 Jahre alten Arena von Verona aus der Römerzeit. Das
Amphitheater ist durch große Opern-Aufführungen im Sommer bekannt. So
begann die Schlussfeier auch mit einer filmischen Ode an die italienische Oper.
Die Show vor mehr als 8.000 Zuschauern wurde in viele Länder übertragen. Vor
der Arena demonstrierten etwa 500 Menschen. Sie beklagten die hohen
wirtschaftlichen und ökologischen Kosten der Spiele.
Bei der Parade
der Nationen liefen als deutsche Fahnenträger die Rennrodler und
Goldmedaillen-Gewinner Tobias Wendl und Tobias Arlt in das Amphitheater ein. Sie
winkten den Zuschauern und schwenkten eifrig Schwarz-Rot-Gold. Die Rekordrodler
hatten Bronze im Doppelsitzer sowie Gold in der Team-Staffel geholt. Damit sind
die beiden 38-Jährigen die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken
überhaupt. Insgesamt kommen sie auf sieben Gold- und eine Bronzemedaille.
Neben dem Duo
waren aus dem deutschen Team, das mit dem Rekordaufgebot von 185 Athletinnen
und Athleten bei Olympia angetreten war, nur noch knapp 20 dabei. Die
allermeisten waren bei der Abschlussfeier längst abgereist. Die verbliebenen
Athleten zeigten dennoch vollen Einsatz: Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und
Robert Kunkel führte sogar eine Hebefigur auf.
Insgesamt war die Show aber im Vergleich zur Eröffnung im Mailänder Fußballtempel
San Siro am 6. Februar merklich abgespeckt. Statt US-Popdiva Mariah
Carey oder Startenor Andrea Bocelli traten Künstler auf, die vor allem in Italien und nicht unbedingt im Ausland bekannt sind.
Für Italien waren die Spiele ein Erfolg
Die letzten
Gold-Medaillen wurden in der Arena der Schwedin Ebba Andersson und dem
norwegischen Ski-Star Johannes Hoeslot Klaebo überreicht, die jeweils über 50
Kilometer Langlauf triumphiert hatten. Der 29-Jährige war mit sechs
Olympiasiegen der mit Abstand erfolgreichste Athlet der Spiele.
Obwohl die
Wettbewerbe auf so viele Orte verteilt waren wie noch nie – in Mailand und
Cortina d’Ampezzo sowie anderen Austragungsorten – gab es für Italien
international viel Applaus. Nach Angaben der Veranstalter wurden insgesamt 1,3
Millionen Eintrittskarten verkauft, etwa 150.000 seien ungenutzt geblieben.
In Italien selbst
ist die Zufriedenheit auch deshalb groß, weil das “Team Italia” 30 Medaillen
gewann, so viele wie noch nie bei Winterspielen. Zehn der italienischen Medaillen waren Gold.
Für
Deutschland gab es 26 Medaillen und damit eine weniger als noch vor vier Jahren
in Peking. Insgesamt holte Deutschland acht Goldmedaillen und beendet Olympia auf Platz fünf im Medaillenspiegel. Ohne die Erfolge im Eiskanal (Rodel, Bob,
Skeleton) hätte es schlecht ausgesehen.
Proteste wegen neu gebauter Stadien
Kritiker der Olympischen Winterspiele protestierten am Abend gegen Verschwendung. Sie kritisierten unter anderem, dass trotz anderslautender Pläne Sportstätten wie der Eiskanal
in Cortina neu gebaut wurden. Andere, wie das Biathlon-Stadion in Antholz in
Südtirol, wurden stark erweitert. Die Veranstalter hatten ursprünglich
versprochen, für die “nachhaltigsten Spiele aller Zeiten” zu sorgen. Ob dies
gelang, wird man erst später wissen. Fest steht: Milano Cortina 2026 waren die am weitesten verzweigten Olympischen Spiele der Geschichte.
Die nächsten
Winterspiele finden 2030 in den französischen Alpen statt. Dann sollen die Spiele noch
raumgreifender werden: Die “Talstation” Nizza und die Bergcluster in den
französischen Alpen trennen teils sechs Autostunden, Eisschnelllauf soll
in Italien oder den Niederlanden ausgetragen werden. Zuvor finden 2028 noch die Sommerspiele in Los Angeles statt.
Manche hoffen nun, dass eine mögliche
deutsche Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 neuen Schwung
bringt. Dabei könnte es passieren, dass Deutschland in Konkurrenz zum jetzt so
zufriedenen Gastgeber Italien gerät: Dort wird intensiv erwogen, mit der
Hauptstadt Rom ins Rennen zu gehen, die 1960 schon einmal Austragungsort war.
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