Der Vorstandsvorsitzende des Kassenärztlichen
Bundesverbandes (KBV), Andreas Gassen, hat die Abschaffung der freiwilligen
Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen gefordert. “Wenn nicht genug Geld für
den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung da ist und gespart
werden muss, sind ‘Nice to have’-Leistungen als Erstes zu streichen”,
sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Das mögliche Einsparvolumen durch eine komplette Abschaffung
der freiwilligen Leistungen bezifferte Gassen auf knapp eine Milliarde Euro pro
Jahr. Gassen kritisierte, dass die Krankenkassen die Honorare für Psychotherapeuten
kürzen wollen, zugleich aber “hohe Summen für werbewirksame Dinge bezahlen”.
Regierung will gesetzliche Krankenversicherung reformieren
Krankenkassen bieten über ihre gesetzlichen Regelleistungen
hinaus sogenannte Satzungsleistungen an, mit denen sie um Kundinnen und Kunden
werben. Zu diesen freiwilligen Leistungen zählen etwa professionelle
Zahnreinigungen, aber auch umstrittene Behandlungsmethoden wie Homöopathie.
Dass diese von einigen Kassen finanziert wird, steht bereits seit Längerem auch
in der Politik in der Kritik.
Die Bundesregierung will die gesetzliche Krankenversicherung
in diesem Jahr reformieren. Ziel ist, die steigenden Versorgungskosten zu
begrenzen und weitere Beitragserhöhungen zu vermeiden. Eine Expertenkommission
soll bis März Vorschläge zur Stabilisierung der Beiträge vorlegen. Bis Ende
2026 sollen weitergehende Reformvorschläge folgen.
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