Tausende Menschen haben in der slowakischen Hauptstadt Bratislava an einer Solidaritätskundgebung für die Ukraine teilgenommen. Sie gedachten der ukrainischen Opfer des russischen Angriffskriegs und protestierten zugleich gegen den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico. Der linksnationale Politiker hatte einen Stopp von Stromhilfslieferungen an die Ukraine angekündigt, weil diese russische Erdöllieferungen an die Slowakei blockiere.
Anlass der Kundgebung war der vierte Jahrestag
des Beginns der russischen Invasion am 24. Februar 2022. Die Demonstrierenden schwenkten ukrainische, slowakische und Europa-Fahnen. Auf Transparenten wurde Russlands Präsident Wladimir Putin als Kriegsverbrecher bezeichnet. Fico wurde zum Rücktritt aufgerufen.
Slowakische Regierung ruft “Erdöl-Notstand” aus
Vergangene Woche hatte die slowakische
Regierung einen “Erdöl-Notstand” ausgerufen, weil seit einem Monat kein
russisches Öl mehr über die Ukraine ankam. Nach ukrainischen Angaben ist die Druschba-Pipeline, über die russisches Öl über die Ukraine in die Slowakei geliefert wird, durch russische Bombardierungen unterbrochen.
Fico
beschuldigte die ukrainische Führung, die Wiederaufnahme der
Lieferungen absichtlich zu verhindern. Als zuvor angedrohte “Gegenmaßnahme” kündigte er am Montag an, die slowakischen Stromhilfslieferungen an das Nachbarland einzustellen. Nach Angaben des slowakischen Netzbetreibers Seps gegenüber
der Nachrichtenagentur TASR wurden die laufenden Stromlieferungen aber
auch am Dienstag noch nicht eingestellt.
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