Ja, danke, das wisse er selbst, und er höre das übrigens
öfter, dass er “schwer zu lesen sei”, ja, ja, hat António Lobo Antunes
Journalisten geantwortet, die ihn besuchten und sich sanft beklagten, dass
ihnen die Vorbereitung auf das Gespräch etwas schwergefallen sei. Warum mache
er so wenig Punkte?
Bewusstseinsstrom schön und gut – aber wo ist das Ufer? Die
Sprache fließt dahin, immer wieder Einschübe, Gedanken, Ideen. Wer spricht?
Wohin trägt uns dieser Fluss der Sprache?
António Lobo Antunes ist tot. Er war Portugals
bedeutendster, produktivster und nobelpreisverdächtigster Schriftsteller. Als
er 1998 den Nobelpreis seines Konkurrenten José Saramago telefonisch
kommentieren sollte, brach irgendwie die Leitung zusammen. Ein Kommentar war
ihm beim besten Willen nicht möglich. Er war die Nummer eins nach Fernando
Pessoa. Wenigstens er selbst hat es gewusst. “Ich scheiß auf den Nobelpreis”,
hat er später behauptet. Das klang nicht so überzeugend. Viele nannten ihn
zuletzt immerhin den Cristiano Ronaldo der Literatur. Fleißig, trickreich,
unermüdlich. Nur Weltmeister ist er nicht geworden.
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