Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat die geringe Erwerbstätigkeit von Müttern mit kleinen Kindern kritisiert. Beim Thema Gleichstellung sei Deutschland »nicht am Ziel«, sagte Prien dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Gleichstellung sei »keine Kür, sondern Verfassungsauftrag – und den haben wir noch nicht vollständig eingelöst«.
Prien reagierte auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach nur 39,7 Prozent der Frauen mit mindestens einem Kind unter drei Jahren erwerbstätig sind. Bei Vätern mit mindestens einem Kind unter drei Jahren liegt der Anteil bei 88,7 Prozent.
Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes verpflichtet den Staat, die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern und bestehende Nachteile abzubauen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich an der Verteilung wenig verändert: 2015 waren 36 Prozent der Mütter und 89,5 Prozent der Väter mit Kleinkindern berufstätig.
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Wie die Gleichberechtigung ins Grundgesetz kam
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Mit dem Alter der Kinder steigt die Erwerbstätigkeit der Mütter deutlich. Von den Frauen mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren gingen 2025 laut Bundesamt 71,2 Prozent einer Arbeit nach. Bei Vätern spielt das Alter der Kinder kaum eine Rolle, ihre Quote lag bei 91,4 Prozent.
»Die Politik ist gefragt«
Prien führte das geringe Erwerbsniveau von Müttern auf kulturelle Rollenmuster, bestehende Strukturen und Anreizsysteme zurück, die »nicht immer die richtigen Signale« setzten. Auch die Arbeitswelt spiele eine zentrale Rolle. Frauen übernähmen weiterhin »einen deutlich größeren Anteil der Familien- und Sorgearbeit«. Das wirke sich unmittelbar auf Erwerbsbiografien, Einkommen und Altersabsicherung aus.
Die Ministerin richtete den Appell auch an die eigene Regierung. Die Politik sei gefragt, »die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und gleichzeitig für eine Kultur der Partnerschaftlichkeit zu werben«. Gleichstellungspolitik bedeute ausdrücklich, »Männer stärker einzubeziehen und ihnen die Voraussetzungen zu geben, mehr Verantwortung in der Familie zu übernehmen«. Darüber müsse auch in Familien und Schulen gesprochen werden. Konkrete Vorschläge für gesetzliche Änderungen nannte sie dem RND nicht.
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