Atommüll: Weiterer Castor-Transport in Ahaus angekommen

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Ein weiterer Atommüll-Transport hat nach einer Fahrt quer durch Nordrhein-Westfalen am frühen Mittwochmorgen das Zwischenlager in Ahaus erreicht. Der mittlerweile dritte Castortransport sei störungsfrei verlaufen, teilte die Polizei mit.

Der beladene Schwerlasttransporter war am späten Abend ohne Zwischenfälle im rheinischen Jülich gestartet, wie die Polizei weiter mitteilte. Ziel war das etwa 170 Kilometer entfernte Zwischenlager in Ahaus im Münsterland. 

Wie bereits bei den ersten beiden Transporten von hochradioaktivem Atommüll am 24./25. März und am 21./22. April ging es auch diesmal um einen einzelnen Castor-Behälter. Die ersten beiden Transporte aus Jülich nach Ahaus waren jeweils ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei begleitete sie jeweils mit einem Großaufgebot.

Proteste gegen Atommüll-Transporte

Parallel zu den Castor-Transporten demonstrierten in der Vergangenheit an mehreren Stellen Menschen gegen die Verlagerung des Atommülls quer durch das dicht besiedelte NRW. Auch diesmal gab es mehrere Protestaktionen: Bei zwei Versammlungen in Ahaus zählte die Polizei bis zu 170 Teilnehmer, bei zwei weiteren in Jülich etwa 10. 

Aktivisten berichteten in einem Liveblog von einem Vorfall in der Nähe des Forschungszentrums in Jülich. Nach der Mahnwache hätten Polizisten die Personalien von drei Aktivisten festgestellt und sie dabei «kurzzeitig und recht ruppig» in Gewahrsam genommen, hieß es. Die Polizei bestätigte die Feststellung der Personalien, zur Art und Weise des Vorgehens machte sie keine genaueren Angaben. 

Nach Polizeiangaben waren zuvor Hinweise eingegangen, dass sich drei Menschen am Zaun eines Privatgeländes auffällig verhielten und Fotos vom Gelände machten. Nachdem ihre Identität vor Ort festgestellt wurde, habe man sie wieder gehen lassen.

Einer der größten Castor-Transporte seit Jahrzehnten

Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter mit Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich nach Ahaus gebracht werden. In der Summe handelt es sich damit um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten. Die genaue Route und den Zeitplan geben die Behörden aus Sicherheitsgründen vorher nicht bekannt. Dem Auftakt der Serie von Transporten gingen mehrere Gerichtsentscheidungen voraus.

© dpa-infocom, dpa:260506-930-39627/1

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