Volkswagen ist zum größten Einzelaktionär des Tesla-Herausforderers Rivian aufgestiegen. Der deutsche Autobauer kommt laut einer Mitteilung der Firma bei der US-Börsenaufsicht SEC auf einen Anteil von 15,9 Prozent. Damit überholt VW den frühen Geldgeber Amazon, der den Angaben zufolge noch auf eine Beteiligung von knapp 13 Prozent kommt. Der weltgrößte Onlinehändler kauft bei Rivian Elektrolieferwagen, um mit ihnen Pakete zuzustellen.
Die wachsende Beteiligung von Volkswagen hängt mit einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Elektroautobauer zusammen, das beide Seiten im Jahr 2024 gegründet haben. Es soll unter anderem die Elektronikarchitektur von Rivian für Elektromodelle von VW weiterentwickeln. Volkswagen lässt sich die Zusammenarbeit bis zu 5,8 Milliarden US-Dollar (knapp fünf Milliarden Euro) kosten.
Hintergrund ist, dass die Wolfsburger seit Jahren mit Problemen bei der hauseigenen
Softwareentwicklung zu kämpfen haben. Immer wieder kam es deshalb zu Verzug. Dadurch
verzögerten sich bereits mehrere Modellstarts, zum Teil um mehrere
Jahre.
Das macht Rivian anders: Zonen statt Funktionen
Ein zentraler Unterschied ist bei Rivian dagegen, dass dort die Softwarearchitektur nach Zonen im Fahrzeug statt nach Funktionen aufgebaut ist. Traditionell gibt es etwa separate Kontrolleinheiten für einzelne Aufgaben wie zum Beispiel die Temperatursteuerung. Im Rivian-Konzept werden die Funktionen hingegen gebündelt – so kann zum Beispiel ein Computer auf der Fahrerseite sowohl das Gaspedal als auch die Fensterheber steuern. Dies sorgt für weniger Komplexität und kürzere Kabelstränge. Das wiederum senkt die Kosten. Auf solche Zonen setzen auch Tesla und diverse chinesische Hersteller.
Rivian ist gerade dabei, ein etwas günstigeres SUV-Modell mit dem Namen R2 in den USA auf den Markt zu bringen, das die Verkäufe der Firma steigern soll. Mit seinen ersten beiden Fahrzeugen liegt Rivian bei den Verkäufen weit hinter dem Vorreiter Tesla.
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