Armin Mueller-Stahl ist ein künstlerisches Multitalent. Er machte Schauspielkarriere sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik und stand in Hollywood mit Ikonen wie Jessica Lange, Meryl Streep und Tom Hanks vor der Kamera. Der mit vielen Preisen geehrte Schauspieler («Die Manns – ein Jahrhundertroman») ist aber auch ein Maler, der seine Lebenserfahrungen in Bilder umsetzt.
Im niederrheinischen Museum Schloss Moyland ist bis zum 20. September die Ausstellung «Nacht und Tag auf der Erde» zu sehen, die mit mehr als 120 Werken das facettenreiche Werk des inzwischen 95-jährigen Malers, Musikers und Schauspielers würdigt. Zur Eröffnung der Ausstellung kam Mueller-Stahl selbst.
Auch hochpolitische Gemälde
Die Ausstellung umfasst Gemälde, druckgrafische Zyklen, neue Arbeiten auf Papier sowie eine Porträtserie seiner jüdischen Freunde und Weggefährten und Porträts berühmter jüdischer Persönlichkeiten wie Franz Kafka und Billy Wilder.
Hochpolitisch sind Mueller-Stahls großformatige, fast abstrakt anmutende Gemälde, in denen er sich mit Terroranschlägen in Paris, blutigen Protesten in Teheran und US-Präsident Donald Trump in dessen erster Amtszeit auseinandersetzt. «Dieser Mann stammt aus der Nullserie der Menschheit, er ist so kaputt, dass es sich nicht lohnt, ihn zu reparieren», pinselte Mueller-Stahl 2018 auf die Leinwand.
Mit feinen Strichen schafft Mueller-Stahl ausdrucksstarke Gesichter. Seine Malerei verknüpft der ausgebildete Konzertgeiger auch mit Themen aus der klassischen Musik oder dem Jazz. Ergänzt werden die Bilder der Ausstellung durch Filmausschnitte der vielfältigen Rollen Mueller-Stahls und durch Videointerviews. Zu seinen bekannten Filmen zählen Werke wie «Nackt unter Wölfen», «Lola» und «Shine». Die Ausstellung in Moyland zeigt, dass für Mueller-Stahl das schaupielerische und das malerische Schaffen stets eine Symbiose eingehen.
Ein Blick in die Biografie
Die Ausstellung bietet auch Einblicke in die Biografie des 1930 im damals ostpreußischen Tilsit geborenen Künstlers, der die Nazi-Diktatur und die DDR erlebte. Ein Zeitstrahl verbindet Lebensereignisse, historische Begebenheiten, Ausstellungen sowie die Bücher und die Filmografie Mueller-Stahls. Gleich im Eingang zur Ausstellung finden sich neben Selbstporträts auch Fotoporträts, die Künstlerkollegen von Mueller-Stahl gemacht haben.
Die von der Moyland-Direktorin Antje-Britt Mählmann kuratierte Ausstellung entstand als Kooperation mit der Kunsthalle Emden und der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim.
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