Wetter in Niedersachsen: Trockenheit entspannt sich etwas ‒ Talsperren unter Schnitt

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Trotz wiederholter Niederschläge in Niedersachsen sind Grundwasserstände und Harz-Talsperren vielerorts weiter unterdurchschnittlich. Eine akute Krise sieht ein Experte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) derzeit aber nicht. «Die Grundwasserstände sind zwar niedriger als normal, teilweise sehr niedrig, aber es ist nicht so, dass man daraus jetzt eine Krisensituation ableiten müsste», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Für die Landwirtschaft sei Dürre im Moment ein «völlig untergeordnetes Thema», sagte der Experte. In den vergangenen Wochen habe es einiges an Niederschlag gegeben. Auch in tieferen Bodenschichten bis etwa zwei Meter habe sich die Lage in vielen Regionen deutlich verbessert. Besonders südlich von Hamburg sei allerdings weniger Regen gefallen als andernorts.

Grundwasserstände stiegen im Winter weniger stark als üblich

Der Experte verwies zugleich auf die längerfristige Entwicklung im Grundwasser. Normalerweise stiegen die Grundwasserstände im Winterhalbjahr und fielen im Sommerhalbjahr. Wegen stark unterdurchschnittlicher Niederschläge im vergangenen Winter seien sie in Niedersachsen zwar gestiegen, aber wesentlich weniger stark als sonst.

In den meisten Regionen des Landes seien sie daher unterdurchschnittlich. Kritisch könne eine solche Lage nur werden, wenn im Sommer lange Hitzephasen mit hohem Wasserbedarf hinzukämen.

Werte liegen leicht über denen des vergangenen Jahres

Auch die Harz-Talsperren sind nach Angaben des Wasserversorgers und Talsperrenbetreibers Harzwasserwerke unterdurchschnittlich gefüllt. Aktuell liege der Füllstand bei 64 Prozent, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Der langjährige Vergleichswert für diese Jahreszeit betrage 77 Prozent. Die Versorgungssicherheit sei mit den derzeitigen Füllständen aber gegeben. Zudem lägen die Werte leicht über denen des vergangenen Jahres.

Okertalsperre besonders deutlich unter üblichem Wert

Der zu trockene Winter habe sich auf die Speicher ausgewirkt, erklärten die Harzwasserwerke. Besonders sichtbar sei das an der Okertalsperre. Dort seien zu dieser Jahreszeit üblicherweise rund 30 Millionen Kubikmeter Wasser gespeichert – aktuell seien es etwa 20 Millionen Kubikmeter.

Sollte der Sommer lange Trockenphasen bringen, würden die Harzwasserwerke nach eigenen Angaben ihr Monitoring ausweiten und mögliche Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung einleiten. Hilfreich sei dabei das Verbundsystem: Über die Oker- und Innerstetalsperre könne Wasser an die Granetalsperre weitergeleitet werden, um dort die Trinkwasserproduktion zu unterstützen.

Ab Sonntag teils stärkere und andauernde Niederschläge möglich

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist in den kommenden Tagen mit Niederschlägen zu rechnen. Durch wiederholt durchziehende Wetterfronten komme es immer wieder zu Regen. Während der Samstag mit Ausnahme des Südens Niedersachsens meist trocken verlaufe, seien am Sonntag und Anfang kommender Woche wiederholt teils stärkere und andauernde Niederschläge möglich.

© dpa-infocom, dpa:260530-930-149363/1

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