Home Home Wim Wenders: Wir schulden ihr eine Entschuldigung

Wim Wenders: Wir schulden ihr eine Entschuldigung

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Nastassja Kinski war mit 13 Jahren halb nackt in einem Film zu sehen. Seit Jahren kämpft sie gegen diese Bloßstellung. Zum bizarren Verhalten des Regisseurs Wim Wenders und seiner Branche 

Es war haaresbreitenknapp. Fast hätte er es getan. Vor den Kameras der live streamenden ARD, vor 1.900 geladenen Gästen. Und der Kopf wäre aus der Schlinge gewesen und der Respekt groß.

Wie ein Hohepriester stand der Filmregisseur Wim Wenders vergangenen Freitagabend im Berliner Palais am Funkturm und sprach zur Gemeinde. Im typischen Wenders-Sound, leicht nuschelig, stockend, wie aus dem Stegreif. Er predigte zu den Granden und hochmögend Verantwortlichen, den Stars der deutschen Film- und Fernsehszene. Meret Becker hatte ihm zuvor ein Ständchen gebracht, Claudia Roth nickte ernst, und Florian Gallenberger, der Präsident der Deutschen Filmakademie, der sich zusammen mit Wenders auf der Bühne befand, trat von einem Fuß auf den anderen. Nach 13 Minuten und 40 Sekunden war die Predigt fertig, und das Publikum applaudierte frenetisch. Die meisten hatten Tränen in den Augen.

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