Saalfeld-Rudolstadt: Stichwahl nötig – SPD-Amtsinhaber bei Landratswahl vorn

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Die Landratswahl im Kreis Saalfeld-Rudolstadt wird über eine Stichwahl entschieden – keiner der drei Bewerber erzielte am Sonntag eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die Kandidaten von SPD und AfD lieferten sich bei der Stimmenauszählung lange Zeit ein enges Rennen. Schließlich konnte SPD-Amtsinhaber Marko Wolfram einen Vorsprung erzielen. 

In die Stichwahl in zwei Wochen (21. Juni) gehen damit der amtierende SPD-Landrat Wolfram, der 47,1 Prozent der Stimmen erhielt, und der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Benninghaus mit 40,2 Prozent der Stimmen. Das geht aus den am Sonntagabend veröffentlichten Daten des Kreiswahlleiters nach Auszählung aller Stimmbezirke hervor. Der Kreis im Südosten Thüringens gilt bisher als SPD-Hochburg. 

Als dritter Bewerber ging im Kreis Saalfeld-Rudolstadt der parteilose Wolfgang Wehr ins Rennen. Der Bauingenieur und Professor an der Fachhochschule Erfurt erhielt 12,7 Prozent der Stimmen. Etwa 83.000 Menschen waren zu der Landratswahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,0 Prozent – deutlich mehr als vor sechs Jahren mit 42,4 Prozent. 

Kommunale Verankerung gefragt

Seit der Kreisgründung 1994 standen mit einer zweijährigen Unterbrechung stets Sozialdemokraten an der Spitze der Kreisverwaltung in Saalfeld. Für die SPD, die in Umfragen auf Landesebene schwächelt, gilt die Wahl deshalb auch als Stimmungstest für ihre kommunale Verankerung. Derzeit stellt sie Landräte in drei weiteren Kreisen.

Bei der AfD geht es darum, ob sie angesichts ihrer Stärke auf Landesebene auch in den Kommunen punkten kann. Die AfD hatte vor drei Jahren im südthüringischen Sonneberg erstmals in Deutschland mit Robert Sesselmann eine Landratswahl gewonnen. Das hatte damals bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. 

Vor sechs Jahren noch SPD-Durchmarsch

Für den 52 Jahre alten SPD-Politiker und Wolfram, diplomierter Volkswirt, geht es bei der Stichwahl darum, sich eine dritte Amtszeit zu sichern. 2020 hatte er bereits den ersten Durchgang mit einem Ergebnis von 58,5 Prozent für sich entschieden – ebenfalls gegen zwei Mitbewerber, darunter einen AfD-Kandidaten. 

Doch seitdem haben sich die politischen Verhältnisse zumindest auf Landesebene geändert. Die AfD stellt seit der Landtagswahl 2024 im Parlament die stärkste Fraktion. Die SPD kam damals nur auf 6,1 Prozent und liegt derzeit auch bei landesweiten Umfragen in diesem Bereich in Thüringen. 

Der AfD-Kandidat für das kommunale Spitzenamt in Saalfeld wird dem politischen Lager von Partei-Rechtsaußen Björn Höcke zugerechnet. Benninghaus hatte bei der Landtagswahl vor zwei Jahren in der Region erstmals ein Direktmandat gewonnen. Kritiker kreiden ihm Äußerungen an, die sie als geschichtsrevisionistisch ansehen. Der AfD-Bewerber ist Jahrgang 1973 und nach eigenen Angaben kaufmännischer Fachwirt.

© dpa-infocom, dpa:260607-930-187193/2

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