Angela Merkel hat richtig Spaß an der Kunst. Am frühen Dienstagabend
tummelt sie sich unter drei, vier Dutzend Gästen aus Familie und Freundeskreis
im Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel. Man sieht ihre Schwester und
ihren Mann, die Verlegerin Kerstin Gleba, den Kunsthistoriker Horst Bredekamp, Parteifreunde
wie Annette Schavan und Peter Altmaier. Hinter einem Absperrband müssen in der
zweiten Reihe die Journalisten warten.
Das Bode-Museum ist auf Skulpturen spezialisiert, es ist eine
aparte Mischung an Werken, die sich in diesem der Französischen Kunst des 18.
Jahrhunderts gewidmeten Saal versammelt: Da streckt der »Genius des Überflusses«,
eine 1731 von Edme Bouchardon aus Marmor geschlagene Kinderfigur dem Kritiker
eine Rosenblüte entgegen. Ein Baron hat sich im 18. Jahrhundert wie ein Imperator
des alten Roms in Marmor hauen lassen, die halbe Brust entblößt. An den Wänden
hängen bukolische Landschaftsgemälde – und das noch mit grauem Tuch
verhüllte Merkel-Porträt.
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