Krankenkasse: AOK Plus meldet Anstieg bei Hinweisen auf Fehlverhalten

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Ob Abrechnungsbetrug oder Korruption: Die Hinweise auf Fehlverhalten im Gesundheitswesen sind bei der Krankenkasse AOK Plus in Thüringen und Sachsen gestiegen. Von 2024 bis 2025 bearbeitete die Krankenkasse nach eigenen Angaben 1.667 Hinweise und Fälle – ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Berichtszeitraum 2022/2023. 

Die Kasse bezifferte den Gesamtschaden in den vergangenen zwei Jahren auf rund 2,9 Millionen Euro, wovon rund 2 Millionen Euro zurückgeführt werden konnten. Die Hinweise führten demnach in 60 Fällen zu Strafanzeigen. Den Angaben zufolge stammen etwa 85 Prozent der Hinweise von Versicherten, Angehörigen, Ermittlungsbehörden oder Leistungserbringern.

Jeder Euro, der missbräuchlich verwendet werde, fehle letztlich den Menschen, die auf medizinische Versorgung oder Pflege angewiesen seien, sagte Ilona Wojnowski, Vorständin der AOK Plus. «Wer das System vorsätzlich missbraucht, schadet deshalb nicht einer Krankenkasse, sondern der gesamten Versichertengemeinschaft», sagte sie laut Mitteilung.

Meiste Fälle bei Pflegeversicherung

Als Beispiel für Falschabrechnungen nannte die Kasse etwa ein Pflegeheim, bei dem die Heimleitung falsche Abrechnungen gemacht und sich die zusätzlichen Einnahmen selbst zugeleitet habe. Dies hatten die Mitarbeiter demnach nach der Übernahme durch einen neuen Träger gemeldet. 

Mit rund 400 Fällen gab es demnach die meisten Hinweise bei der Pflegeversicherung. Dort würden niedrigschwellige Zugänge zu einzelnen Leistungen, Bargeldabrechnungen sowie geringe Nachweispflichten in diesem Bereich gezielt ausgenutzt. 

Außerdem habe es einen Anstieg der Fälle bei versichertenbezogenen und ärztlichen Leistungen gegeben. Die elektronische Patientenakte aber trage dazu bei, dass Versicherte ihre Daten besser nachvollziehen und Auffälligkeiten öfter melden könnten, hieß es von der AOK Plus. 

Verdachtsfälle melden

Die Krankenkasse gab an, jedem konkreten Hinweis auf mögliches Fehlverhalten nachzugehen. Dabei arbeite sie eng mit den Ermittlungsbehörden, den Kassenärztlichen Vereinigungen, anderen Kranken- und Pflegekassen sowie dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung zusammen. 

Versicherte, Angehörige und Beschäftigte im Gesundheitswesen können demnach online, telefonisch oder auch per Post vertraulich Verdachtsfälle melden.

Nach eigenen Angaben sind mit rund 3,5 Millionen Menschen etwas mehr als die Hälfte aller gesetzlich Krankenversicherten in Sachsen und Thüringen bei der AOK Plus versichert.

© dpa-infocom, dpa:260701-930-314539/1

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