Liberty-Media-Direktor Chase Carey ist der Ansicht, dass die MotoGP die Netflix-Dokuserie “Drive to Survive” über die Formel 1 nicht “einfach kopieren” kann, um weltweit eine breitere Bekanntheit zu erlangen.
Liberty übernahm die Formel 1 im Januar 2017. Eines der prägenden Ereignisse unter der US-amerikanischen Führung war die Veröffentlichung der ersten Staffel der Netflix-Produktion zwei Jahre später.
Das trug wesentlich zum weltweiten Popularitätsschub der Formel 1 bei, vor allem in den USA, wo es mittlerweile drei Grands Prix gibt. Die Zuschauerzahlen der Formel 1 sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen.
Im Juli 2025 erwarb Liberty 84 Prozent an Dorna Sports (heute bekannt als MotoGP Sports Entertainment Group). Die Unternehmensgruppe strebt an, die MotoGP breiter aufzustellen und gleichzeitig die Präsenz in den USA auszubauen.
“Sicherlich gibt es Aspekte bei dem, was die Teams in der MotoGP tun müssen, die Ähnlichkeiten mit der Formel 1 aufweisen werden”, erklärte Carey auf einer Konferenz des Autosport Business Exchange in New York.
“Natürlich handelt es sich um ein globales Franchise. In gewisser Hinsicht ist die MotoGP sogar noch verrückter. Wenn man sich diese Jungs ansieht, wirkt es, als lägen sie auf dem Asphalt, während sie mit den Motorrädern umherjagen.”
“Aber es ist ein Sport, der eben auch seine ganz eigenen Charakteristika besitzt. Und ich glaube, man kann hier nicht einfach nach Schema F vorgehen. Es ist noch ein frühes Stadium.”
“Sie arbeiten daran, entwickeln die Strategien und Möglichkeiten, wie man diesen Sport aufgreift und ihn so wachsen lässt, wie wir es bei der Formel 1 versucht haben”, so Carey.
“Drive to Survive” war ein einmaliger Erfolg
“Drive to Survive” wird zugeschrieben, der Formel 1 ein völlig neues Publikum erschlossen zu haben, zusätzlich befeuert durch die Lockdowns während der COVID-19-Pandemie, die kurz nach dem Start der zweiten Staffel begann.
“Drive to Survive ist wahrscheinlich das naheliegendste Beispiel”, räumt Carey ein. “Wir haben erkannt, dass wir die Persönlichkeiten hervorheben müssen, die diesen Sport ausmachen, ihnen eine größere Bühne bieten und den Austausch mit den Fans fördern müssen.”
“Die digitale Welt von heute ist eine 24/7-Welt. Das Premium-Erlebnis bleibt nach wie vor das Live-Rennen, aber letztlich wollen die Menschen eine Bindung zum Rennen aufbauen.”
“Sie verfolgen das Geschehen, kurze Videoclips von den Rennen, Eindrücke davon, was die Leute machen, und Einblicke hinter die Kulissen. Sie verfolgen das rund um die Uhr.”
“Wir müssen also kontinuierlich Wege finden, diesen Hunger und diesen Wunsch nach einer Verbindung zu ihrem Sport zu stillen, und die Kanäle bereitstellen, die es den Fans ermöglichen, auf genau diese Weise anzudocken.”
“Aktuell sind die USA der größte YouTube-Markt für unseren Sport. Das zeigt sehr deutlich, welche Bindung wir über solche Kanäle aufbauen. Drive to Survive ist zum Herzstück unserer digitalen Initiativen geworden.”
“Im digitalen Bereich passiert enorm viel, aber das ist zweifellos der Dreh- und Angelpunkt”, so Carey. “Es ist für uns ein unglaublich wichtiges, wertvolles Franchise gewesen.”
Die MotoGP muss ihren eigenen Weg gehen
Zahlreiche Motorsportserien und andere Sportarten haben vergeblich versucht, diesen Erfolg von “Drive to Survive” zu wiederholen. Carey hält diesen Ansatz für die MotoGP auch für falsch.
“Man sollte nach eigenen Gelegenheiten Ausschau halten”, betont der US-Amerikaner. “Nüchtern betrachtet hat jeder Drive to Survive gesehen, und danach hat jeder versucht, es nachzumachen.”
Chase Carey beim Autosport Business Exchange in New York
Foto: Bryan Bedder/Getty Images
“Golf hat es mit Full Swing probiert, Tennis mit Break Point – einfach alle. In der Regel kann man so etwas nicht einfach kopieren. Ich denke, das haben wir damals bei Fox mit American Idol gelernt.”
“American Idol hat gewissermaßen die weltweite Fantasie beflügelt. Es gab danach Shows, die gut liefen, aber es gab eben nur ein einziges American Idol, dem das wirklich gelang.”
“Ich glaube ganz grundsätzlich, dass man nicht einfach rausgehen und dasselbe noch einmal machen kann. Man muss Wege finden, Chancen zu nutzen, Persönlichkeiten in den Mittelpunkt zu stellen, digitale Plattformen zu bespielen und starke Partnerschaften aufzubauen.”
“Bei einem Partner in der Formel 1 wie Apple denke ich, hier hat Apple eine völlig neue Perspektive darauf eingebracht, wie man Übertragungen gestaltet und die Fans bindet.”
“Sie müssen ihren eigenen Weg finden. Der Formel-1-Kinofilm war dafür eine großartige Chance, aber man kann jetzt nicht einfach losziehen und einen MotoGP-Film drehen. Das ist womöglich nicht die passende Gelegenheit.”
“Aber es wird sich etwas anderes finden. Es wird definitiv eine andere Chance geben. Es geht wahrscheinlich nicht darum, exakt das zu wiederholen, was man bereits getan hat, sondern darum, genau diese passenden Momente und diese Charakterköpfe zu finden.”
Wir wollen Deine Meinung!
Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?
– Das Motorsport.com-Team
Disclaimer : This story is auto aggregated by a computer programme and has not been created or edited by DOWNTHENEWS. Publisher: motorsport.com










