Die Spannung bis zum Countdown stieg zuletzt im Minutentakt, wer zuschaute, hielt den Atem an. Um 18.35 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 00.35 Uhr MESZ) ging es los: Die Mondrakete Space Launch System (SLS) zündete am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ihre Triebwerke. Zum ersten Mal seit 50 Jahren startete damit eine Mission, um wieder Menschen in die Nähe des Mondes zu bringen.
Eine Minute nach dem Abheben war die Rakete bereits 1.200 Kilometer pro Stunde schnell – Überschallgeschwindigkeit. Die vier Astronauten befinden sich in einer kleinen Kapsel an der Spitze, genannt Orion, und wurden dort mit dem fast Vierfachen der Erdanziehungskraft in ihre Sitze gedrückt. Nach acht Minuten war die Rakete 28.500 Kilometer pro Stunde schnell und warf ihren unteren Teil mit den Haupttriebwerken ab. Nach einer halben Erdumrundung zündete der obere Teil der Rakete sein Triebwerk.
Artemis 2 baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission Artemis 1 aus dem Jahr 2022 auf. An der Artemis-2-Mondmission nehmen erstmals eine Frau, ein Schwarzer und ein Kanadier teil. Kommandant ist der 50 Jahre alte US-Astronaut Reid Wiseman. Pilot der Orion-Kapsel ist der 49-jährige Victor Glover, der als erster nicht-weißer Mensch für eine Mondmission ausgewählt wurde. Seine Kollegin Christina Koch fliegt als erste Frau überhaupt zu dem Erdtrabanten. Der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Astronaut bei einer Mondmission, der nicht aus den USA stammt.
Erkundung des Südpols für eine künftige Landung
In der Nähe des Kennedy Space Center hatten sich bereits Stunden vor dem Ereignis Hunderte Raumfahrtfans versammelt. Vor Bildschirmen rund um die Welt verfolgten Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die Vorbereitungen der Nasa live an ihren Bildschirmen. In Raumfahrtmuseen trafen sich Weltraumfans, um den Start gemeinsam zu verfolgen – und schließlich zu bejubeln.
Drei Jahre sind seit dem ersten unbemannten Testflug dieses Space Launch Systems der Firmen Boeing, United Launch Alliance und Northrop Grumman vergangen. Auf diesem zweiten Flug sollen die drei Astronauten und eine Astronautin den Mond in einer zehntägigen Mission umrunden. Die Rakete hatten zunächst dieselben technischen Probleme wie vor drei Jahren geplagt – weshalb der Start der Mission Artemis 2 zuvor mehrfach verschoben werden musste.
Weiter von der Erde entfernt als je zuvor
Die Artemis-2-Crew will bei der Umrundung des Mondes dessen Südpol für eine Landung erkunden, die für 2028 geplant ist. Auf der Rückseite des Mondes wird die Crew weiter von der Erde entfernt sein als die Besatzung von Apollo 13, die mit mehr als 400.000 Kilometern bislang den Rekord hält. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 auf dem Mond gelandet. Danach wurde das kostspielige Programm eingestellt.
Der Flugverlauf gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier
Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer
zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370.000 Kilometer
von der Erde entfernt, etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten
Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond
gleichzeitig sehen – und könnten sich weiter von der Erde entfernen als
jemals Menschen zuvor.
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