Die Rhetorik vermag etwas, das der Physik fremd ist. Durch schieres Reden lässt sich Energie erzeugen, politische Energie. Auch beispielsweise mit der wiederholten Forderung nach neuen Kernkraftwerken. Und der energischste aller Wiederholungsforderer ist natürlich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Zuletzt hat er am vergangenen Wochenende “eine neue Epoche der Kernenergie” gefordert.
Das murmeltiertaghaft vorgetragene Mantra vom bundesdeutschen Atomausstieg als historischem Fehler und die Beschwörung einer Kernspaltungsoffenheit erfüllen einen direkten Zweck: Klarer können Konservative sich kaum von den Grünen abgrenzen und vergessen machen, dass es eine schwarz-gelbe Koalition war, die 2011 den Ausstieg beschlossen hat, mit Markus Söder an der rhetorischen Spitze. Zumindest ideologisch ist Reaktorrhetorik für Konservative also eine sich selbst erneuernde Energiequelle.
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