Der frühere belarussische Präsidentschaftskandidat Mikalaj Statkewitsch ist laut Menschenrechtlern und seiner Frau aus der Haft entlassen worden. Der Oppositionspolitiker sei zu Hause und erhole sich von den Folgen eines Schlaganfalls, er habe noch einige Sprachprobleme, teilte das Menschenrechtszentrum Wjasna mit. “Alles wird gut”, kommentierte seine Frau.
Statkewitsch ist ein Gegner des seit mehr als 30 Jahre in Belarus herrschenden Machthabers Alexander Lukaschenko. Schon vor 20 Jahren wurde der Oppositionelle das erste Mal wegen seiner Proteste gegen Wahlfälschungen angeklagt und eingesperrt. Nach seiner Freilassung kandidierte er 2010 bei der Präsidentenwahl und organisierte im Anschluss Kundgebungen gegen neuerliche Manipulationen. Die Polizei schlug die Demonstrationen nieder. Statkewitsch kam erneut für fünf Jahre in Gefangenschaft.
Noch vor der Präsidentenwahl 2020 wurde Statkewitsch wegen einer Unterschriftensammlung für Lukaschenkos Herausforderin Swetlana Tichanowskaja wieder festgenommen. Bei der Wahl ließ sich Machthaber Lukaschenko erneut zum Sieger erklären und die anschließenden Proteste brutal niederschlagen.
Die Oppositionsführer, darunter auch Statkewitsch, wurden anschließend zu
langen Haftstrafen verurteilt. Erst im September vergangenen Jahres kamen diese durch einen Deal
Lukaschenkos mit den USA frei und wurden ausgewiesen. Eigentlich
sollte auch Statkewitsch nach Litauen abgeschoben werden. Weil er sich weigerte, auszureisen, wurde er wieder inhaftiert.
Lukaschenko, ein
wichtiger Verbündeter des russischen Machthabers Wladimir Putin, ist seit mehr
als 30 Jahren in Belarus an der Macht und unterdrückt dort die Opposition und
unabhängige Medien.
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