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Berlinale: Filmemacher kritisieren fehlende Positionierung der Berlinale zu Gaza

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81 Filmschaffende sind laut einem offenen Brief entsetzt über das “Schweigen” der Berlinale zum Gazakrieg. Zu Iran und Ukraine hätte sich das Festival klar positioniert.

In einem offenen Brief haben mehr als 80 Filmschaffende der Berlinale mangelnde Positionierung zum Gazakrieg vorgeworfen. Das Branchenblatt Variety veröffentlichte das Schreiben. Unterschrieben wurde es demnach von 81 Künstlerinnen und Künstlern, darunter dem Schauspieler Javier Bardem, der Künstlerin Nan Goldin und der Schauspielerin Tilda Swinton, die im vergangenen Jahr den Goldenen Ehrenbären der Berlinale erhalten hatte.

Sie seien entsetzt über das “institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den Palästinensern”, heißt es in dem Schreiben. Zu Gräueltaten im Iran und in der Ukraine habe sich das Festival dagegen klar positioniert.

Israel streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen. Das ist auch die Position der Bundesregierung. Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag läuft eine von Südafrika angestrengte Völkermordklage gegen Israel. Wann das Gericht ein Urteil fällen könnte, ist offen.

Nahostkonflikt immer wieder Thema

Seit dem Start der Filmfestspiele ging es bei Pressekonferenzen mehrfach um politische Haltungen, zum Beispiel in Bezug auf den Nahostkonflikt. Jurypräsident Wim Wenders hatte vergangene Woche bei einer Pressekonferenz auf eine Frage zum Nahostkonflikt und zur Rolle des Festivals geantwortet: “Wir müssen uns aus der Politik heraushalten.” Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy kritisierte das und sagte ihre Teilnahme ab. Die Berlinale bedauerte die Absage.

Festivalchefin Tricia Tuttle nahm in einem Statement am Wochenende die Filmschaffenden in Schutz. Zunehmend würde von ihnen erwartet, jede an sie gerichtete Frage zu beantworten. Sie seien frei, das Recht auf freie Meinungsäußerung so auszuüben, wie sie es selbst entscheiden, betonte Tuttle. “Wir glauben nicht, dass es unter den hier vertretenen Filmschaffenden jemanden gibt, dem gleichgültig wäre, was in dieser Welt geschieht – jemanden, der die Rechte, das Leben oder das immense Leid der Menschen in Gaza und im Westjordanland, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, im Iran, in der Ukraine, in Minneapolis und an einer erschreckend großen Zahl weiterer Orte nicht ernst nähme.”

Der Nahostkonflikt hatte die Berlinale auch in den vergangenen Jahren beschäftigt. So war die Berlinale zum Beispiel nach der Abschlussgala 2024 dafür kritisiert worden, dass einzelne Preisträger das Vorgehen Israels im Gazastreifen massiv kritisiert hatten, ohne den Terrorangriff der islamistischen Hamas vom Oktober 2023 zu erwähnen. Es folgte eine Debatte bis hin zu Antisemitismusvorwürfen.

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