Bildung: Linke: Krise der Sekundar- und Gemeinschaftsschulen

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An den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen steigen die Schülerzahlen, gleichzeitig fehlen dort besonders viele Lehrkräfte: Die Linke sieht eine Zuspitzung der Krise dieser Schulformen. «Das Missverhältnis zur deutlich besseren Lehrkräfteversorgung an den Gymnasien wird dabei nun noch durch das seit zwei Schuljahren eingeführte neue Verfahren zur ergänzten Schullaufbahnberatung weiter befeuert», so der bildungspolitische Sprecher der Linken-Landtagsfraktion, Thomas Lippmann. 

«Denn dieses scheint dazu zu führen, dass von den Grundschulen tendenziell weniger Empfehlungen für das Gymnasium ausgesprochen werden und im Ergebnis trotz der freien Elternentscheidung auch weniger Kinder an die Gymnasien wechseln.» 

Laut der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage Lippmanns wechselten im Schuljahr 2024/25 genau 41,9 Prozent der Viertklässler von der Grundschule auf ein Gymnasium, ein Jahr später waren es noch 40,2 Prozent. Eine Empfehlung für das Gymnasium hatten demnach im Schuljahr 2024/25 exakt 36,2 Prozent der Viertklässler erhalten, im Schuljahr 2025/26 waren es 35 Prozent. 

Mehr Schüler müssen sich die wenigen Lehrkräfte «teilen»

«Sachsen-Anhalt hat schon seit Jahren bundesweit den geringsten Anteil an Schülerinnen und Schüler, die eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben», so Bildungspolitiker Lippmann. Es sei kein Gewinn für das Land, wenn dieser Anteil systematisch weiter gedrückt werde. «Hinzu kommt, dass sich durch eine Verschiebung der Schülerströme weg von den Gymnasien dort die noch relativ gute Unterrichtsversorgung weiter verbessern wird, während sich an den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen immer mehr Schülerinnen und Schüler die ohnehin schon viel zu wenigen Lehrkräfte teilen müssen.»

An den Gymnasien lag die Unterrichtsversorgung laut Bildungsministerium zuletzt bei 98 Prozent, an den Sekundarschulen bei 87,0 Prozent. Die Unterrichtsversorgung gibt an, wie viel von dem laut Lehrplan vorgesehenen Pflichtunterricht abgedeckt werden kann.

© dpa-infocom, dpa:260319-930-837737/1

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