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Deutschkenntnisse: FDP-Chef Dürr fordert Sprachtests zwei Jahre vor der Einschulung

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Nur Kinder mit guten Deutschkenntnissen sollen künftig eingeschult werden, verlangt Christian Dürr. Eine verpflichtende Sommerschule soll die Integration verbessern.

Weil zu viele Grundschüler geringe Deutschkenntnisse hätten, fordert der FDP-Vorsitzende Christian Dürr bundesweit einheitliche Sprachtests für Kindergartenkinder im Alter von vier Jahren. Dürr schlägt auch vor, für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen eine verpflichtende zweiwöchige Sommerschule einzuführen. 

“Eingeschult wird nur, wer Deutsch kann”, forderte Dürr. Es gebe immer mehr Kinder, die gleich zu Beginn ihrer Schullaufbahn dem Unterricht nicht folgen könnten, sagte er dem Portal t-online. “Einen solchen Fehlstart ins Schulleben holen nur die wenigsten je wieder auf.”

In ganz Deutschland solle es daher verbindliche und einheitliche Sprachtests im Kindergarten geben, idealerweise schon zwei Jahre vor Beginn der Grundschule, also mit etwa vier Jahren.

In diesem Alter könnten die allermeisten Kinder schon gut sprechen, dann ergäben entsprechende Tests Sinn. “Wer dabei auffällt und nicht genug Deutsch beherrscht, wird verpflichtend gefördert, später gibt es eine weitere Beurteilung. Und eingeschult wird nur, wer Deutsch kann.”

Eine Sommerschule nach österreichischem Vorbild

Dürr wünscht sich auch eine zweiwöchige Sommerschule für Kinder mit Deutschdefiziten nach dem Vorbild Österreichs. “Eine solche gezielte Ferienverkürzung muss in allen 16 Bundesländern stattfinden”, sagte Dürr dem Nachrichtenmagazin Focus. Gute Deutschkenntnisse seien “die Grundlage für Integration, echte Teilhabe und reale Aufstiegschancen”.

In Österreich haben Kinder, die unzureichend Deutsch sprechen, künftig kürzere Sommerferien. Sie sind verpflichtet, eine zweiwöchige Sommerschule zu besuchen, um ihre Sprachkompetenz zu verbessern. Das hatte kürzlich das Parlament in Wien beschlossen. Bei Verweigerung sind Geldstrafen möglich.

Deutsche Grundschullehrer, sagte der FDP-Chef, beklagten regelmäßig, dass es bis zu zwei Jahre dauere, bis sämtliche Schüler auf demselben Sprachniveau seien. “Allein für die Sprachentwicklung geht so viel Zeit drauf, dass manche Bundesländer wie Niedersachsen das Lernpensum reduzieren und das schriftliche Dividieren aus dem Lehrplan streichen. Das ist doch eine Kapitulation.”

“Es werden noch immer zu viele Kinder eingeschult, die am Ende keine Sprache wirklich gut beherrschen”, sagte Dürr. Eine vielfältige Gesellschaft brauche eine gemeinsame Sprache. “Und das ist bei uns Deutsch.” 

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