Minerva Hase und Nikita Volodin haben in einem spannenden Paarlauf-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Italien die Bronzemedaille gewonnen. Die Eiskunstlauf-Europameister von 2025 zeigten allerdings Schwächen in der Kür und vergaben so die Chance auf Gold. Nach dem Kurzprogramm hatten die deutschen Meister noch geführt.
Den Olympiasieg holten dank einer beeindruckenden Aufholjagd mit einer Weltrekord-Kür die japanischen Weltmeister Riku Miura/Ryuichi Kihara mit 231,24 Zählern. Nach dem Kurzprogramm hatten sie noch den fünften Rang belegt. Zweiter wurden die Georgier Anastasia Metelkina/Luka Berulawa (221,75 Punkte). Hase und Volodin kamen auf 219,09 Punkte. Das zweite deutsche Paar Annika Hocke/Robert Kunkel landete mit 194,11 Punkten auf Platz zehn.
Gold war greifbar
Für Hase/Volodin ist Bronze die erste olympische Medaille und der bislang größte Erfolg der Karriere. Allerdings war sogar Gold greifbar. 4,55 Punkte betrug der Vorsprung nach einem fehlerfreien Tango-Kurzprogramm auf die zweitplatzierten Georgier Metelkina/Berulawa. Doch in der vier Minuten langen Kür konnten die beiden 26-Jährigen dem Gold-Druck nicht standhalten. Hase patzte sowohl in der Kombination als auch beim dreifachen Salchow, womit die beiden vor zahlreichen mitfiebernden deutschen Fans die entscheidenden Punkte im Kampf um den Olympiasieg einbüßten.
Mit Bronze holte das in Berlin trainierende Duo das erste deutsche olympische Eiskunstlauf-Edelmetall seit 2018 in Pyeongchang. Vor acht Jahren hatten Aljona Savchenko und Bruno Massot Gold im Paarlauf gewonnen. Im Gegensatz zu Savchenko/Massot, die mit einer Traum-Kür noch eine Aufholjagd hinlegten und sich um drei Ränge verbesserten, war die Ausgangslage dieses Mal sogar besser.
Mehr als drei Jahre Arbeit zahlen sich aus
«Wir sind sehr glücklich über den ersten Part, aber die großen Emotionen sparen wir uns noch auf», hatte Hase nach dem Kurzprogramm noch gesagt. Als Führende musste sie mit Volodin in der Kür als letztes Paar aufs Eis. Das Duo sicherte sich zumindest eine Medaille.
Seit mehr als drei Jahren sind Hase/Volodin ein Eiskunstlauf-Paar. Abseits des Eises könnten die beiden unterschiedlicher kaum sein. Volodin ist laut Hase ein «Freigeist». Sie hingegen lege Wert auf die «deutsche Struktur». Trainer Dmitri Sawin sagte, die beiden seien «wie ein altes Ehepaar». «Sie können gemeinsam kämpfen, sie können gemeinsam diskutieren, sie können gemeinsam lachen.»
Zum richtigen Zeitpunkt in Form
Auf dem Eis aber funkte es schnell. Hase/Volodin etablierten sich rasch in der Weltspitze. Im vergangenen Jahr wurden sie Europameister und Zweiter bei der Weltmeisterschaft. Einige Monate nach den beiden Erfolgen erhielt der gebürtige Russe Volodin den deutschen Pass. Einem Olympia-Start stand somit nichts mehr im Weg.
Allerdings verlief die Saison 2025/2026 durchwachsen. Bei der EM im britischen Sheffield vor einem Monat wurden Hase/Volodin nach zwei unsauberen Programmen Zweiter hinter Metelkina/Berulawa. In Mailand präsentierte sich das Duo dann aber in der erhofften Olympia-Form.
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