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Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Neue Fahrräder für Hamburg – ausleihen und irgendwo stehen lassen

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Die Elbvertiefung am Mittwoch – Mit einem Bündnis von Sozialdemokraten, Grünen und Linken, Badegutscheinen und einem schwebenden Käse

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Gespräch vor
ein paar Tagen hat mir vor Augen geführt, wie schnell sich unsere Art und Weise
ändert, in der Stadt vom Fleck zu kommen. Mein Gegenüber war Rania Bouaouina von Lime. Das ist das
Unternehmen, das vor allem innerhalb des Rings 2 kleine grüne Elektroroller
aufstellt, instand hält und von entlegenen Plätzen wieder abholt. Bisher habe
ich diese Dinger für Spaßmobile gehalten, die für ernsthafte Menschen
akzeptabel sind, solange sie nicht im Weg herumstehen. Rania Bouaouina wies
mich darauf hin, dass ihre Gefährte vor allem im Berufsverkehr unterwegs sind,
als Zubringer für Busse, S- und U-Bahnen.

Menschen, die Elektroroller ablehnen, könnten einwenden,
die Nutzer sollten gefälligst zu Fuß gehen. Ich denke, das ist ihre Sache, und
daran ändert sich nichts, weil sie die Fahrzeuge manchmal sorglos abstellen.
Andere Verkehrsmittel schaffen auch Nachteile für Unbeteiligte, ohne dass das
als Grund gilt, nach ihrer Abschaffung zu rufen.

Es ging in dem Gespräch aber noch um
etwas anderes, wenn man so will: um eine Rückkehr in die Vergangenheit. Lime
hat gerade Roller aus Hamburg abgezogen und dafür Elektroräder aufgestellt,
auch außerhalb des Stadtkerns. Gab es schon, könnte man dagegen sagen, immerhin
beherbergt Hamburg eine riesige Stadtradflotte. Doch deren Räder haben feste
Standorte, das lässt eine Lücke für Anbieter wie Lime. Fahrerinnen und Fahrer
sollen mit den Rädern weitere Strecken zurücklegen können, als es mit E-Rollern
angenehm ist. Und sie sollen Gepäck transportieren können, etwa ihre Einkäufe.

Die neuen E-Leihräder kommen aus Berlin. Dort machen sie
der nächsten Fahrradgeneration Platz, die kleiner und niedlicher ist, und so
gesehen noch besser in die Enge einer modernen Stadt passt.

Was mir gefällt, an dieser Instant-Mobilität: Sie
entlastet nicht nur die Straßen, sondern sie tut es ohne öffentliche Zuschüsse
– einfach, weil es ein Bedürfnis gibt und die Möglichkeit, es zu akzeptablen
Preisen zu befriedigen. Wann ist ein Fortschritt mal so einfach?

Kommen Sie gut durch die Stadt!

Ihr Frank Drieschner

WAS HEUTE WICHTIG IST

Eine ungewöhnliche politische Allianz wendet sich in
Hamburg gegen die von der Bundesregierung angekündigte Einschränkung bei
Integrationskursen. In einem gemeinsamen Antrag fordern die
Bürgerschaftsfraktionen von SPD, Grünen und Linken den Bund auf, Zuwanderern
den Zugang zu den Kursen wieder uneingeschränkt zu ermöglichen.

In Hamburg sind mehr Kinder und Jugendliche
krankhaft übergewichtig
als im Bundesdurchschnitt: Im Jahr 2024 erhielten
3,4 Prozent der unter 15-Jährigen die Diagnose Adipositas, teilte die
Barmer-Krankenkasse anlässlich des heutigen Welt-Adipositas-Tages mit.

Wegen der Eskalation in Nahost bleibt in Hamburg
der Flugverkehr in die Krisenregion unterbrochen: Die Verbindungen von
Emirates nach Dubai, von Qatar Airways nach Doha und von Eurowings nach Erbil
und Tel Aviv seien nach wie vor ausgesetzt, teilte eine Sprecherin des
Flughafens mit.

Der Umsatz des
Hamburger Dax-
Konzerns Beiersdorf lag 2025 auf Vorjahresniveau bei knapp 9,9 Milliarden Euro, wie sich aus dem
Geschäftsbericht des Unternehmens ergibt.
Auch 2026 erwartet Beiersdorf nur wenig Wachstum. Der weltweite Hautpflegemarkt habe sich deutlich abgeschwächt, hieß es zur
Begründung.

Hamburg setzt sich
gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen für einen besseren Schutz von Frauen und
Mädchen vor Gewalt ein
. Unter anderem sollen Femizide an Partnerinnen oder
Ex-Partnerinnen als neues Mordmerkmal ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden,
heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier.

Nachricht des Tages

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Der Hamburger Senat möchte Grundschülern helfen, schwimmen zu
lernen, und hat zu diesem Zweck 19.000 Besuchsgutscheine für die städtischen
Schwimmbäder verteilt. Sie sollen Kindern und einem Elternteil drei kostenlose
Badbesuche ermöglichen und dazu beitragen, dass in Hamburg “eine olympische Generation aktiver und sportbegeisterter junger Menschen”
heranwächst, wie Sport- und Innensenator Andy Grote gestern anlässlich eines “Aktionstags”
in der Badeanstalt Bäderland Billstedt erklärte.

Die Fraktion der Linken in der Bürgerschaft und die
Anti-Olympia-Kampagne NOlympia kritisierten die Maßnahme. Die Linken verweisen
auf die hohen Eintrittspreise der städtischen Schwimmbäder, die Einwohner mit
geringem Einkommen daran hinderten, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen.
NOlympia-Sprecher Eckart Maudrich ergänzt, in den vergangenen
Jahren seien mehrere Sommerfreibäder dauerhaft geschlossen worden, zudem reiche
das Angebot an Schwimmkursen in den städtischen Schwimmbädern nicht aus.
Gutscheine und Aktionstage würden diese Probleme nicht lösen.

Frank Drieschner

AUS HAMBURG

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Elbblick für alle

Die Bewohner von St. Pauli entwerfen gerade einen
Park nach ihren Vorstellungen. Das Ergebnis ist zum Teil wild – aber womöglich
auch wegweisend. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Artikel von
ZEIT-Redakteurin Annika Lasarzik:

Die Hafenkante ist einer der seltsamsten Orte
dieser Stadt: eine freie Fläche direkt an der Elbe, prominent gelegen zwischen
Fischmarkt und Landungsbrücken – genutzt als Parkplatz für Wohnmobile. Nur zum
Hafengeburtstag und sonntags beim Fischmarkt flanieren hier Menschen am Wasser
entlang, an allen anderen Tagen wirkt der asphaltierte Platz trist.

Doch das könnte sich bald ändern, denn die Hafenkante soll umgestaltet werden (Z+).
Mitte Februar präsentierte die Umweltbehörde den Siegerentwurf ihrer
Ausschreibung
. Er stammt von dem Hamburger Büro Rabe
Landschaften und dem schwedischen Architekturbüro White Arkitekter. Geplant
sind unter anderem ein Basketballplatz, eine Skate-Anlage und Sitzbänke am
Elbufer, dazwischen sollen mit Bäumen und Büschen bepflanzte Grünflächen
entstehen. Alle Bauelemente müssen auch Sturmfluten trotzen können. Und weil
Fischmarkt und Hafengeburtstag weiterhin stattfinden sollen, wird der Platz
nicht komplett entsiegelt. Auch eher schräg anmutende Ideen fanden Eingang in
den Entwurf, etwa ein großer Pavillon in Form einer Ananas und das “Käse-Haus”,
eine Art löchriger Ausguck auf Stelzen, der einige Meter über dem Platz
schweben soll.

Was dort noch entstehen soll, lesen
Sie weiter in der ungekürzten Fassung des Texts von Annika Lasarzik.

Zum
Artikel (Z+)

SCHON GELESEN?

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© Evelyn Verdin (l.); Alexandros Giannakakis/​unsplash.com (r.)

Ach, diese Leere, diese entsetzliche
Leere

In Offline-Clubs zahlen Menschen Geld dafür, dass
ihr Handy weggeschlossen wird. Was bringt die Auszeit? ZEIT-Autorin Helene
Altgelt hat es in Hamburg ausprobiert
Zum Artikel (Z+)

DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN

Bei “Musik im Dunkeln – ein Abend für das Dialoghaus”
in der Laeiszhalle ist der Titel wörtlich zu nehmen: Das Hören steht im
Mittelpunkt. Hier wird das bekannte Format “Dialog im Dunkeln” auf ein Konzert
übertragen. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler treten in einem
abgedunkelten Saal auf, und auch die Bühne bleibt deutlich dunkler als üblich.
Die Mitwirkenden verzichten zugunsten des Dialoghauses auf ihre Gagen.

“Musik im Dunkeln – ein Abend für das Dialoghaus”, 16.3., 19 Uhr;
Laeiszhalle Großer Saal, Johannes-Brahms-Platz; Tickets gibt es hier

MEINE STADT

Niedrigwasser in der HafenCity

Niedrigwasser in der HafenCity

HAMBURGER SCHNACK

Im Bahnhof Harburg am Bahnsteig, wartend auf einen verspäteten Zug. Eine
Lok einer Schweizer Eisenbahngesellschaft passiert ohne Wagen den Bahnhof. Ein
älterer Herr zu seiner Frau: “Warum fährt die Lok allein?” Die Frau: “Die ist
auf der Flucht vor dem deutschen Bahnchaos.”

Gehört von Martha Erdmann

Das war die Elbvertiefung, der tägliche
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