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Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Überlegen Sie noch, was Gamefish ist? Oder bestellen Sie schon?

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Die Elbvertiefung am Freitag – Mit Collien Fernandes bei der Demo auf dem Hamburger Rathausmarkt, weniger Gewinn für die HHLA und einer Zeitreise mit unerwartetem Ende

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir
machen jetzt mal einen Persönlichkeitstest. Sagen wir, Sie lesen
dies auf einer Speisekarte: Gamefish mit Kokos-Tamarinden-Dressing,
Koriander, Curry-Emulsion, Safran, Gurken, Jalapeño und
Curryblättern. Überlegen Sie noch, was Gamefish ist? Oder winken
Sie schon dem Kellner, weil Sie das unbedingt probieren möchten?
Wenn Sie wie ich Typ 2 sind, lohnt ein Besuch im Chefs (kein
Apostroph!) Warehouse, das vor ein paar Wochen eröffnet hat. Das
Konzept stammt aus Kapstadt, aber die Küche fährt keinen Springbock
oder Kingfish auf. Sie ist nur in dem Sinn südafrikanisch, dass sich
verschiedenste Einflüsse mischen.

Spektakulär ist schon
die Location: eine aufwendig
renovierte Maschinenzentralstation, die die Speicherstadt mit Energie
versorgte, bis sie 1943 durch eine Fliegerbombe beschädigt wurde.
Das Areal ist riesig, aber es hat Atmosphäre. Man meint noch immer,
das Stampfen der Dampfmaschinen zu hören. Das Restaurant selbst ist
eher neo-rustikal eingerichtet: große Tische, reichlich Holz, eine
offene Küche mit Köchen in Lederschürzen. Die hohe Bartquote mag
Zufall sein, passt aber gut dazu.

Zurück
zum Gamefish, was diesmal für eine Gelbflossenmakrele steht. Sie
kommt roh, in marinierten Streifen, ähnlich
einem Tiradito aus der peruanisch-japanischen Nikkei-Küche. Nur
kommen hier auch noch reichlich indische Aromen hinzu – ein
Triple-Fusion-Gericht. Da ist, um es floskelhaft zu sagen, für jeden
Geschmack etwas dabei.

So
sind anscheinend alle Gerichte im Chefs Warehouse: die gut
abgeschmeckte irische Auster mit Rindertartar, Schnittlauch, einem
Chip und Tabasco zum Nachwürzen. Das Huhn mit Birne, Topinambur,
etwas laschen Trüffeln, dafür prägnanten Haselnüssen. Zu dolle
wurde es mir erst beim Rotkohl, gegart in Soja- und veganer
Fischsauce, dazu Sesam, diverse Zitrusfrüchte und frittierte
Rosenkohlblätter.

Jeden
Tag möchte man so
was nicht essen. Bei den
Preisen (um die 25 Euro für einen
Vorspeisenteller) drängt sich das allerdings auch nicht auf. Und
gerade jetzt, wo der Winter nach Hamburg zurückkehrt, macht diese
kunterbunte Küche Spaß. Gästetyp 2 jedenfalls.

Ich wünsche Ihnen einen
schönen Tag!

Ihr
Michael Allmaier

Was heute wichtig ist

Eine
neue psychiatrische Schwerpunktambulanz
am Drogenbrennpunkt rund um den Hauptbahnhof

soll Erkrankten helfen und das Viertel entlasten. Die Einrichtung im
Münzviertel soll ab April das bestehende Angebot für suchtkranke
und obdachlose Menschen ergänzen, sagte Sozialsenatorin Melanie
Schlotzhauer bei der Vorstellung der Räumlichkeiten.

Die
Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat 2025 mehr Umsatz gemacht
und dennoch deutlich weniger Gewinn eingefahren. Der Konzern-Umsatz
stieg im Vergleich zu 2024 um knapp zehn Prozent

auf rund 1,76 Milliarden Euro, teilte die HHLA mit. Trotzdem lag der
Gewinn am Ende bei nur rund 9,8 Millionen Euro (2024: 32,5 Millionen
Euro). Der Grund: steuerliche Einmaleffekte.

Die
Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat 2025
wegen niedrigerer Frachtraten und gestiegener Kosten deutlich weniger
verdient
. Einem Umsatz von 18,6
Milliarden Euro standen 924 Millionen Euro Gewinn gegenüber. 2024
waren es 2,4 Milliarden Euro Gewinn bei rund 19 Milliarden Euro
Umsatz.

In
der Drosselstraße in Barmbek-Nord sind bei
einem schweren Busunfall
mindestens
16 Menschen verletzt worden
. Ersten
Erkenntnissen zufolge stieß der Bus am Donnerstagnachmittag aus
bisher ungeklärter Ursache mit einem Baum zusammen, teilte die
Feuerwehr mit. Unter den Verletzten war auch der Busfahrer, der von
Rettungskräften aus dem Fahrzeug befreit werden musste.

Ab
1. Mai wird die Köhlbrandbrücke für
Schwertransporte mit einem Gewicht von über 44 Tonnen gesperrt
.
Die Belastung der 1974 eröffneten Brücke müsse verringert werden,
teilte die Wirtschaftsbehörde mit. Eine Bauwerksprüfung zeigte eine
Zunahme von Schäden.

Nachricht des Tages

Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Überlegen Sie noch, was Gamefish ist? Oder bestellen Sie schon?

Mehrere
Tausend Menschen sind gestern Abend auf dem Hamburger Rathausmarkt
zusammengekommen, um gegen sexualisierte Gewalt zu demonstrieren. Sie
forderten besseren Schutz für Betroffene, schärfere Gesetze und
mehr Konsequenzen für Täter. Die Polizei zählte 7.500 Menschen,
laut den Veranstalterinnen waren es 22.000.

Überraschend
trat auch die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes auf,
deren Fall die
Proteste ausgelöst hatte
.
Fernandes, die ihre Teilnahme zuvor aus Sicherheitsgründen abgesagt
hatte, sprach auf der Bühne. “Ich stehe jetzt hier mit einer
schusssicheren Weste, mit Polizeischutz und mit Security, weil ich
Morddrohungen bekomme”, sagte sie.

Die
Kundgebung begann um 17.30 Uhr und wurde von der
SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Annika Urbanski angemeldet.
Unterstützt wurde sie unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa
Neubauer und der Kolumnistin Alexandra Zykunov. Als Rednerinnen
traten auch die Podcasterin Lensi Schmidt sowie Zara Canbay vom
Bundesverband der Migrantinnen auf.

Auslöser
der Proteste sind schwere
Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner,
den Schauspieler Christian Ulmen,
über die zuerst der Spiegel
berichtet hatte. Fernandes
hat auf Mallorca Anzeige erstattet. Für Ulmen gilt die
Unschuldsvermutung. Sein
Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die
Berichterstattung an, bei der es sich “in großen Teilen um eine
unzulässige Verdachtsberichterstattung” handle. Zudem würden
“unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung
verbreitet”.

Die
Hamburger Demonstration reiht sich in eine bundesweite Protestwelle
ein. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) bereitet unterdessen
ein Gesetz vor, das das Erstellen und Verbreiten sexualisierter Deepfakes unter
Strafe stellen soll. Mehr über die gestrige Demo können Sie in
diesem Artikel auf zeit.de lesen

Miriam
Amro

Aus Hamburg

Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Überlegen Sie noch, was Gamefish ist? Oder bestellen Sie schon?

“Wenn das Tier tot ist, wenn es zu Ende ist, dann ist da diese Leere”

Pferde
einschläfern, sich von Hundebesitzern beschimpfen lassen: Tierärzte
gelten als psychisch besonders belastet. ZEIT-Autorin Dorothea
Heintze hat eine Hamburger Medizinerin begleitet. Lesen Sie hier
einen Auszug aus dem Artikel.

Henry
kann kaum noch laufen. Mit hängendem Kopf und zittrigen Beinen steht
er in einer großen Box, bis an die Ohren in eine Pferdedecke
gepackt. Durch den dichten Stoff stechen seine Knochen hervor. Der
Wallach ist 32 Jahre alt, blind, vermutlich stocktaub. Die Box ist
dick ausgepolstert, damit sich das Tier nicht verletzt. Draußen an
der Boxentür hängen Tüten und Gefäße mit Zusatzfutter,
Vitaminen, aufgeweichten Heupellets. Anderes kann Henry nicht mehr
fressen, nicht mehr verdauen. Christina Becker sagt: “Das Leben von
diesem Pferd ist eigentlich zu Ende.”

Die
67-Jährige ist seit 42 Jahren Tiermedizinerin. Sie sagt: “Ich kann
einem Pferd ansehen, wenn es nur noch vegetiert.” 21 Pferde hat
Becker im vergangenen Jahr eingeschläfert. Anders als bei
Humanmedizinern gehört aktive Sterbehilfe bei Tierärzten zum
Alltag. Euthanasieren heißt das in der Fachsprache der
Veterinärmedizin. Und jedes Mal ist es hart für Christina Becker,
sagt sie.

Tiere
seien für so viele Menschen zu einer Art Lebenspartner geworden, zu
engen Freunden. Sie zu töten, den Menschen wegzunehmen, ist
belastend für viele Tiermedizinerinnen und -mediziner. So sehr, dass
Christina Becker fürchtet: Der Berufsstand ist in Gefahr.

Becker
ist Fachtierärztin für Pferde und Pferdechirurgie. Aber sie
behandelt auch kranke Walrösser in Hagenbeck, einen Tiger mit
Darmverschluss und hat auch schon einen Elefanten eingeschläfert.

Pferde
stehen ihr besonders nahe. “Schon als Kind liebte ich die sanfte
Seele dieser Tiere”, sagt sie. Becker ist in Blankenese groß
geworden, hat immer geritten, auch eigene Pferde gehabt. Nach ihrem
Studium hat sie in den USA und den Niederlanden geforscht und
gelehrt, ist 1997 nach Hamburg zurückgekommen. Dort hat sie ihre
Pferdepatienten erst noch selbst operiert. Heute betreibt sie eine
Gemeinschaftspraxis in Osdorf.

Wie
Christina Becker gelernt hat, mit dem Druck umzugehen
,
lesen Sie weiter in der ungekürzten
Fassung.

Zum
Artikel (Z+)

Schon gelesen?

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Zurück in die Zeit, als wir noch Hoffnung hatten

Vier Jahrzehnte nach
dem Film gibt es “Zurück in die Zukunft” nun auch in Deutschland
als Musical. In der Premiere geraten Raum und Zeit ordentlich
durcheinander, findet ZEIT-Redakteur Florian Zinnecker in seiner
Rezension.

Zum
Artikel (Z+)

Darauf können Sie sich freuen

Morgen
gibt es in der Zentralbibliothek wieder die Möglichkeit, an der
“Human Library” teilzunehmen. Organisiert wird sie von Shirley
Hartlage und Katharina Bloemberg. Das Besondere: Hier leiht man keine
Bücher aus, sondern Menschen als “lebendige Bücher” – und damit
ihre Erfahrungen und Lebensgeschichten. In einem Katalog kann man
unter Stichworten wie zum Beispiel “spielsüchtig” ein “menschliches
Buch” auswählen. Danach folgt eine circa 30-minütige Begegnung: ein
persönliches Gespräch, in dem Fragen gestellt und Perspektiven
geteilt werden können. Die Gespräche finden vor Ort in einem
geschützten Rahmen statt, sodass ein ruhiger, ungestörter Austausch
möglich ist.

Human
Librar
 ,
28.3., 12-16 Uhr; Bücherhalle Hühnerposten 1, Hauptdeck E1

Meine Stadt

Schöne Stadt

Schöne Stadt

Hamburger Schnack

In einem
Café in Eimsbüttel. Draußen gibt es Schneeregen,
Ende März. Ein Stammkunde zum Inhaber: “Hast du noch Glühwein?
Könnte man jetzt eigentlich wieder
…”

Gehört
von Wiebke Neelsen

Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren.

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