Andrew Mountbatten-Windsor ist im Zusammenhang mit seiner Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf dem Anwesen von König Charles in Norfolk festgenommen worden. Es gebe einen Verdacht auf Amtsmissbrauch gegen den 66-Jährigen. Das berichten mehrere britische Medien übereinstimmend.
Die BBC berichtet von einer Erklärung der Polizei von Thames Valley,
in der es heißt: “Im Rahmen der Ermittlungen haben wir heute einen Mann
in den Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen und führen Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk
durch.” Der Mann befinde sich demnach in Polizeigewahrsam. Angaben zum
Namen des Mannes machte die Polizei nicht.
Andrew soll Epstein vertrauliche Handelsberichte geschickt haben
Den Medienberichten nach wurde Andrew am Morgen von zivilen Polizeiautos von dem Anwesen abgeholt. Der stellvertretende
Polizeichef Oliver Wright sagte der BBC: “Nach einer gründlichen Prüfung
haben wir nun eine Untersuchung zu diesem Vorwurf des Amtsmissbrauchs
eingeleitet. (…) Wir sind uns
des großen öffentlichen Interesses an diesem Fall bewusst und werden zu
gegebener Zeit weitere Informationen bekannt geben.”
Andrew wird vorgeworfen, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den im Jahr 2019 verstorbenen Epstein weitergeleitet zu haben. Anfang Februar hatte die britische Polizei mitgeteilt, sie untersuche Berichte, denen zufolge Andrew dem verurteilten Sexualverbrecher Epstein im Jahr 2010 Handelsreporte zukommen ließ.
Zudem hatten britische Medien in den jüngst veröffentlichten Epstein-Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Sexualstraftäter weiterleitete.
Familie von Epstein-Opfer erleichtert über Festnahme
Wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal hatte Andrew bereits alle Ehren, militärischen Ränge und Titel verloren. Auch aus seinem Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor musste der Ex-Prinz ausziehen. Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben, auch, als sie noch minderjährig gewesen war. Diese Vorwürfe stritt Andrew stets ab.
Die Familie von Giuffre zeigte sich nach der Festnahme Andrews
erleichtert. “Endlich, heute wurden unsere gebrochenen Herzen
durch die Nachricht getröstet, dass niemand über dem Gesetz steht, nicht
einmal die Königsfamilie”, teilten die Geschwister der mittlerweile verstorbenen Giuffre mit. Andrew sei “nie ein Prinz” gewesen.
Epstein hatte über Jahre hinweg einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger unterhalten und weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus der Politik und der Wirtschaft gepflegt. Er wurde im Juli 2019 festgenommen und nahm sich einen Monat später in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben.
König Charles III. äußert sich nach Festnahme von Andrew
König Charles III. teilte nach der Festnahme seines Bruders Andrew in einer persönlich unterzeichneten Stellungnahme mit: “Nun folgt das faire und ordnungsgemäße Verfahren, in dem diese Angelegenheit von den zuständigen Behörden sachgerecht untersucht wird. (…) Wie ich bereits gesagt habe, haben sie dabei unsere volle und uneingeschränkte Unterstützung und Zusammenarbeit.” Ausdrücklich fügte der König hinzu: “Ich möchte ganz klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.”
Der britische König hatte bereits zuvor angekündigt, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen. Der König habe seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe hinsichtlich des Verhaltens seines Bruders bereits durch Worte und ein beispielloses Vorgehen deutlich gemacht, sagte ein Sprecher des Buckingham Palace vergangene Woche einer Mitteilung zufolge.
Er fügte hinzu: “Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären. Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört.” Die Gedanken des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs, hieß es in der Mitteilung.
Das norwegische Königshaus gab unterdessen bekannt, dass Andrew den
Sankt-Olav-Orden zurückgegeben habe. Andrew hatte die dritthöchste
Auszeichnung Norwegens vor fast 40 Jahren verliehen bekommen. Gründe
für die Rückgabe wurden nicht genannt.
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