Die für Finanzvergehen zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Frankreich hat nach Bekanntwerden der häufigen Kontakte des früheren französischen Kulturministers Jack Lang zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Ermittlungen gegen Lang eröffnet. Ihm werde “schwerwiegender Steuerbetrug” zur Last gelegt, hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit den vom Onlineportal Mediapart enthüllten mutmaßlichen finanziellen Verbindungen Langs und seiner Tochter Caroline Lang mit Epstein, erklärte die Staatsanwaltschaft. Laut der Recherchen hat Caroline Lang, eine einflussreiche Filmproduzentin, im Jahr 2016 eine Offshore-Firma gemeinsam mit Jeffrey Epstein auf den britischen Jungferninseln gegründet. Zudem taucht sie in Epsteins Testament auf, das dieser zwei Tage vor seinem Tod 2019 schrieb.
Jack Lang steht seit 2013 an der Spitze des Instituts für die arabische Welt, das vom französischen Außenministerium mitfinanziert wird. Das Ministerium hatte Lang zuvor bereits wegen seiner häufigen Kontakte zu Epstein für Sonntag einbestellt.
Lang hatte bislang ausgeschlossen, seinen Posten zu räumen. “Einen Mäzen anzufragen, ist doch keine Straftat”, hatte der 86-Jährige am Mittwoch gesagt. Zuvor hatte er eingeräumt, Epstein um rund 58.000 Euro für einen Film über seine Amtszeit gebeten zu haben. Der Film wurde allerdings nicht verwirklicht.
Jack Lang und Epstein hatten noch im Jahr 2019 Kontakt
Der Name Jack Lang ist in den veröffentlichten Epstein-Akten mehr als 670 Mal erwähnt. “Ich war vielleicht etwas naiv”, räumte Lang ein. Epstein sei “kein Freund” gewesen, er habe “nichts gewusst” und den Kontakt abgebrochen, als er von Epsteins Verurteilung als Sexualstraftäter erfahren habe. Tatsächlich ist Lang noch 2019 an der Seite von Epstein auf einem Foto vor dem Louvre zu sehen.
Lang hatte unter den früheren Präsidenten François Mitterrand und Jacques Chirac verschiedene Regierungsposten inne, er war Kultur- und Bildungsminister. In den vor einer Woche vom US-Justizministerium veröffentlichten mehr als drei Millionen Dokumenten zum Fall Epstein tauchen die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf.
Der bis in höchste Kreise vernetzte Investor und Milliardär Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging der verurteilte Sexualstraftäter Suizid. Ihm wurde vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht zu haben.
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