Ich habe eine Party veranstaltet. Lotta ist auch gekommen, allerdings erst später. Sie musste an dem Tag noch in Erfurt arbeiten. Als sie nach ihrer Zugfahrt schließlich ankam, war es fast 23 Uhr, die ersten Gäste gingen. “Könnt ihr denn gar nicht mehr feiern?”, fragte Lotta. Sie erklärte mir, dass bei ihr zu Hause die Partys um diese Uhrzeit erst langsam losgehen. Meine Generation habe es wohl verlernt zu feiern.
Wenn Lotta das sagt, muss ich es ernst nehmen, denn niemand versteht es, ernsthafter zu feiern als sie. Wenn Lotta ausgeht, ist es wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn, nur eben mit Tochter. Sie kehrt irgendwann wieder heim, hat dann aber keinen Cent mehr, dafür großen Hunger und sieht überhaupt zerrüttet aus. So wie hart trainierende Sportlerinnen. Ich weiß nicht, ob es eine internationale Feier-Meisterschaft gibt, aber wenn es so etwas gäbe, dann würde ich Lotta dafür in jedem Fall anmelden. Sie hat den notwendigen Ehrgeiz dafür.
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