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Florian Wirtz: Ein Künstler mit kindlicher Freude

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Florian Wirtz’ Karriere in der Nationalelf war kein steter Aufstieg. Beim Sieg in der Schweiz zeigt er erstmals seinen enormen Wert. Und noch einer macht Lust auf die WM.

Nach dem Spiel fachsimpelten die Reporter, welche Szene von Florian Wirtz die beste war. Der Pass zum 2:2-Ausgleich? Das Siegtor? Es war der Andi-Brehme-Gedächtnis-Schuss zum 3:2, fand eine Mehrheit. Wirtz hatte den Ball vom Strafraumeck lässig, aber mit Zug ins lange Eck gezirkelt. Sein Mitspieler Jonathan Tah schlug vor Staunen die Hände über dem Kopf zusammen.

Der Start ins WM-Jahr endete für die Deutschen mit einem 4:3 beim Testspiel in der Schweiz. Es war Florian Wirtz‘ bestes Länderspiel. Erstmals zeigte sich, welch riesiger Wert er für die Nationalelf sein kann. Dank ihm kann man den wackligen Sieg schönreden.

Wirtz hat schon schöne Tore für Deutschland geschossen, aber seine Länderspielkarriere verlief bislang nicht nur bergauf. In einem seiner ersten Einsätze, beim 2:3 gegen Belgien vor drei Jahren, wechselte ihn der damalige Bundestrainer Hansi Flick in Wirtz’ Heimatstadt Köln in der ersten Halbzeit aus. Die zwei K.-o.-Spiele bei der Europameisterschaft 2024 verbrachte er zunächst auf der Ersatzbank. Im vorigen Herbst nahm er seinen Blues vom FC Liverpool mit ins deutsche Trikot.

Im Basler Stadion Joggeli zeigte sich Wirtz befreit wie nie. Er gestaltete die deutschen Angriffe. Wie er sich drehte, positionierte, in Spielrichtung agierte, machte seinen Trainer glücklich. Wirtz’ Ballkunst verfolgt zudem einen Zweck, weil er andere in Bewegung bringt. Kai Havertz legte er mit einem Grundlinienrückpass eine Chance auf. Selbst mit David Raum harmonierte Wirtz.

Riskante Aktionen im Mittelfeld

Seine Flanken sind noch besser als die von Joshua Kimmich, der den Ball segeln lässt. Wirtz schleuderte sie hinter den zweiten Pfosten wie beim 1:1 durch Tah. Seine Vorlage zum 2:2 nahm einen konvexen Weg, damit Serge Gnabry nur noch in den Ball reinschießen musste.

In der ersten Halbzeit missrieten Wirtz noch ein paar riskante Aktionen im Mittelfeld, in der zweiten vollendete er sein Werk. Er schoss jetzt selbst. Den ersten Versuch wehrte Gregor Kobel noch im Hechtsprung ab. Beim 2:3 flog der Tormann aus Dortmund dem Ball hinterher.

Beim 3:4 nicht mal mehr das. Kobel blieb nichts übrig, als dem Schlenzer zuzuschauen. Die Schweizer staunten, viele gönnten es Wirtz sicher, auch weil sein Torjubel nie Macht und Machismo ausdrückt, sondern pure kindliche Freude. Julian Nagelsmann lobte seinen “seitlichen 10er” sehr, hob zudem sein Engagement hervor. “Dabei hat er längst einen Namen im Weltfußball.”

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