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Gesundheit: Hausärzte ziehen kritische Bilanz zur elektronischen Patientenakte

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Der Verband der Hausärzte hält die ePA für wenig praxistauglich. Unter anderem der “absurd komplizierte” Registrierungsprozess frustriere selbst digital affine Menschen.

Die Hausärzte ziehen eine kritische Bilanz der Anfang 2025 eingeführten elektronischen Patientenakten (ePA). “Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten haben sich ihre ePA einmal angeschaut. Das liegt vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt”, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele wüssten auch gar nicht, dass sie eine ePA besitzen. 

Rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten haben eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt bekommen, was man für sich auch ablehnen kann. Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen. Die E-Akte kann Patienten ein Leben lang begleiten und soll auch zu besseren Behandlungen beitragen. An diesem Mittwoch will der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Bilanz zur ePA ziehen. 

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die ePA zum “zentralen Dreh- und Angelpunkt” des geplanten Primärarztsystems machen. Sie soll dazu mit weiteren Anwendungen wie einer digitalen Ersteinschätzung, einer digitalen Terminvermittlung und der elektronischen Überweisung verbunden werden.

Ärzte beklagen technische Störungen

Ärztefunktionär Beier hält die Weiterentwicklung der ePA für dringend notwendig. In anderen Ländern funktioniere die elektronische Akte schon: In Deutschland scheitere es jedoch an der konkreten Umsetzung. “In ihrer aktuellen Form ist die ePA nur eingeschränkt praxistauglich.”

Beier beklagte, derzeit sei sie vor allem “eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können”. Mühsam müssten sich die Ärztinnen und Ärzte durch unzählige Dokumente arbeiten, es fehle eine Volltextsuche. 

Ein großes Problem sei auch, dass es bei dem Netzwerk, auf der die ePA läuft, zu massiven Störungen und Ausfällen komme. “Das frisst in den Praxen unglaublich viel Zeit und sorgt für enormen Frust”, sagte Beier. Der allergrößte Teil der Praxen nutze die ePA und stelle Dokumente ein. “Die ePA scheitert derzeit also nicht an den Praxen, sondern an der mangelhaften Umsetzung und der störungsanfälligen Technik”, stellte Beier fest.

Kritik von Datenschützern

Die elektronische Patientenakte war nach langer Vorbereitung am 29. April 2025 bundesweit eingeführt worden. Sie soll unter anderem Ärzten schnelleren und vollständigeren Zugang zu Informationen über ihre Patienten ermöglichen. So könnten zum Beispiel gefährliche Wechselwirkungen unterschiedlicher Medikamente besser vermieden werden. 

Insbesondere Datenschützer hatten allerdings immer wieder Kritik an der Akte und der Art der Einführung geübt. So wiesen IT-Sicherheitsforscher des Chaos Computer Clubs Ende vergangenen Jahres nach, dass Unbefugte sich über eine Sicherheitslücke Zugriff auf Millionen sensibler Patienten- und Arztdaten verschaffen konnten. Das Gesundheitsministerium versprach, nachzubessern, und verschob den ursprünglich für Februar angesetzten Start der ePa um mehrere Wochen. 

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