Gewalt gegen Frauen: 2.000 bei Kundgebung in Hannover gegen sexualisierte Gewalt

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In Hannover haben mehrere Hundert Menschen gegen sexualisierte Gewalt protestiert. Unter dem Motto «Sexualisierte Gewalt stoppen» kamen sie im Stadtteil Linden zu einer Kundgebung zusammen. Die Veranstalter sprachen von mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Angemeldet waren ursprünglich nur 500. Bei der Polizei war zunächst niemand für eine Schätzung zu erreichen. 

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten Bündnis 90/Die Grünen zusammen mit weiteren Parteien und Initiativen. Prominente Rednerin war die Grünen-Politikerin und ehemalige Parteivorsitzende Ricarda Lang. «Wir brauchen jetzt eine Änderung der Gesetzeslage, um alle diese Frauen zu schützen», sagte sie in ihrer Rede. Deutschland dürfe nicht länger ein «Täterparadies» sein. «Es ist unsere aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es kein Angstfaktor mehr ist, einfach nur eine Frau zu sein.»

Vor allem soziale Medien müsste hier stärker kontrolliert werden, sagte Lang. «Sexualisierte Darstellung, Frauenhass bringen Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit bringt Klicks und Klicks bringen Profite», so die 32-Jährige. «Und deshalb müssen wir die Plattformen in Verantwortung nehmen. Wir müssen sie regulieren.» In ihrer Rede berichtete Lang auch davon, wie sie selbst KI-generierte Pornos mit ihrem Gesicht im Netz gefunden habe. Ihr sei in dem Moment schlecht geworden.

Stadt hüllt Rathaus in Orange

Parallel zur Kundegebung ließ die Stadt Hannover das Neue Rathaus orange anstrahlen. Damit wolle sie Zeichen setzen gegen sexualisierte Gewalt, hieß es in der Ankündigung. «Die Stadt Hannover solidarisiert sich mit den betroffenen Opfern sexualisierter Gewalt», sagte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne). «Deshalb setzen wir auch heute ein Zeichen.»

Großdemo in Berlin

Bereits am Sonntag hatten in Berlin Tausende an einer Demonstration mit dem Titel «Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern» teilgenommen. Die Polizei sprach von 6.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter von 13.000. Auch Ricarda Lang, die nun in Hannover sprach, war bereits in Berlin dabei gewesen.

Hintergrund der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der «Spiegel» berichtet hatte. Fernandes hat auf Mallorca Anzeige erstattet, wie eine Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium, sagte sie am 19. März. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich «in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung» handle. Zudem würden «Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet».

© dpa-infocom, dpa:260325-930-867086/3

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