Bei den Kommunalwahlen in Frankreich zeichnen sich mehrere Siege der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) ab. Hochrechnungen zufolge liegt in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon die RN-Abgeordnete Laure Lavalette mit 39,4 Prozent der Stimmen vorn. Sie gewann demnach etwa neun Punkte mehr als die unabhängige Amtsinhaberin Josée Massi.
Zudem wurde der RN-Bürgermeister von Perpignan, Louis Aliot, Hochrechnungen zufolge bereits in der ersten Runde mit absoluter Mehrheit im Amt bestätigt. Perpignan war zuletzt die größte Stadt mit einem RN-Bürgermeister. Auch der amtierende Bürgermeister von Fréjus, der RN-Politiker David Rachline, ist offenbar wiedergewählt worden. Er gab laut der Zeitung LeMonde selbst bekannt, dass er mit 51,33 Prozent der Stimmen in eine dritte Amtszeit gehen wird.
“Die Franzosen sind ihrer Verantwortung gerecht geworden”, sagte Jordan Bardella, Vorsitzender des RN, laut LeMonde. “Ich freue mich, dass mehrere amtierende Bürgermeister des Rassemblement National heute Abend wiedergewählt wurden.” Um 20 Uhr wurden die Wahllokale geschlossen.
Stimmungstest für die kommende Präsidentschaftswahl
Außerdem konnte Édouard Philippe von der Mitte-rechts-Partei Horizons
laut ersten Hochrechnungen sein Bürgermeisteramt in Le Havre
verteidigen, wie die Zeitung LeMonde berichtet. Er liegt demnach mit 43,76 Prozent vor Jean-Paul Lecoq vom linken Bündnis. In Lille liegen den ersten Hochrechnungen zufolge liegen der Hochrechnung zufolge der Kandidat des linken Bündnisses, Arnaud Deslandes, und die Kandidatin der linkspopulistischen LFI, Lahouaria Addouche, mit 25 Prozent und 26 Prozent der Stimmen beinahe gleichauf, wie LeMonde berichtet.
Die Kommunalwahl in rund 35.000 Städten und Gemeinden gilt als Stimmungstest für die französische Präsidentschaftswahl 2027. Bei den Kommunalwahlen bestimmten die Französinnen und Franzosen ihre kommunalen Vertreter über Listen direkt. Ziel der ersten Wahlrunde ist es, dass eine Liste die absolute Mehrheit der Stimmen holt. Ist das nicht der Fall, folgt eine zweite Wahlrunde am 22. März.
Bis 17 Uhr gaben nach Angaben des Innenministeriums nur 48,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das waren zwar zehn Prozentpunkte mehr als bei der bisher letzten Wahl 2020, der inmitten der Covid-19-Pandemie stattfand und von einer historisch hohen Wahlbeteiligung geprägt war. Im Vergleich zur letzten regulären Wahl 2014 lag die Beteiligung am Sonntag bis 17 Uhr um fast sechs Prozentpunkte niedriger.
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