Wegen der Ölblockade durch die USA ergreift die kubanische Regierung umfangreiche Maßnahmen zur Einsparung von Treibstoff. Die öffentliche Verwaltung soll nach Regierungsangaben nur noch von Montag bis Donnerstag tätig sein. Der Bus-, Bahn- und Fährbetrieb wird stark zurückgefahren und an der Universität von Havanna wird der Präsenzunterricht für 30 Tage weitgehend ausgesetzt.
Auch ausländische Touristen sind von den Energiesparmaßnahmen betroffen. Zwar soll der Tourismus geschützt werden, weil er eine wichtige Devisenquelle für den wirtschaftlich stark isolierten Karibikstaat darstellt. Die Angebote für Besucher sollen sich allerdings auf die Urlaubsziele mit der höchsten Nachfrage konzentrieren.
Der Betrieb an den Flughäfen soll gewährleistet bleiben. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals 14ymedio wurden bereits vor der Ankündigung einige Hotels auf den Los-Cayos-Inseln vor der Küste Kubas geschlossen und Gäste in andere Einrichtungen gebracht.
Seit US-Präsident Donald Trump im Dezember eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus Venezuela angekündigt hat, erhält Kuba kein Öl mehr aus Venezuela. Nach der Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch das US-Militär am 3. Januar drohte Trump auch mit Zöllen gegen Kubas andere Öllieferanten. Mexiko, zuletzt Kubas größter Ölversorger, stellte seine Lieferungen ein.
Kuba zu Gesprächen mit der US-Regierung bereit
Kuba erlebt gerade die schlimmste Krise seit Beginn der 1990er Jahre. Damals erlitt die kubanische Wirtschaft nach dem Zerfall der Sowjetunion den schwersten Einbruch seit der Revolution unter Fidel Castro im Jahr 1959. Auch damals wurde das Öl knapp. Allerdings erholte sich der Inselstaat mithilfe des ölreichen Partners Venezuela und der Einnahmen aus dem Tourismus nach einigen Jahren wieder.
Nach Ansicht von Experten ist die derzeitige Lage noch dramatischer. Es fehlt nicht nur an Energie, sondern auch an Lebensmitteln und Medikamenten. Die Krise hat auch zu einem Rückgang im Tourismus geführt.
Angesichts der sich verschlechternden Lage sagte die US-Regierung zusätzliche Hilfen in Höhe von sechs Millionen US-Dollar zu. Zu den Hilfsgütern zählen Reis, Bohnen, Nudeln, Thunfischdosen und Solarlampen. Sie sollen vor allem den Bewohnern im Osten der Insel zugutekommen, die Ende des vergangenen Jahres von Hurrikan “Melissa” schwer getroffen wurden.
Am Donnerstag erklärte sich die kubanische Regierung zu Gesprächen mit der US-Regierung bereit. “Kuba ist bereit, mit den USA in einen Dialog zu treten, einen Dialog über jedes Thema”, sagte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel im Staatsfernsehen.
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