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Manchmal verändert sich von einer Newsletter-Ausgabe zur
nächsten die politische Weltlage. Seit Beginn des Irankriegs werden
Satellitenbilder in den sozialen Medien teils tausendfach geteilt. Sie sollen das
vermeintliche Ausmaß der Zerstörung dokumentieren. Nur: Nicht
alle sind echt. Einige sind manipuliert worden mit künstlicher Intelligenz.
Das spiegelt nicht nur einmal mehr wider, dass Social-Media-Plattformen nicht
in der Lage sind, Falschinformationen in Krisensituationen frühzeitig
einzudämmen. Es zeigt auch, wie viel leichter es in Zeiten von KI geworden ist,
einen Informationskrieg zu führen.
Das müssen Sie wissen: Empörung über OpenAI, Zuspruch für Anthropic
Vor Kurzem wollten sich Anthropic-Chef Dario Amodei und OpenAI-Chef
Sam Altman nicht einmal für ein Gruppenbild die Hände reichen. Was Ende vergangener Woche passierte, dürfte die Rivalität der beiden weiter verschärft haben: Wenige Stunden, nachdem die US-Regierung Anthropics
Technik aus den Bundesbehörden verbannt hatte, brachte sich OpenAI als Ersatz
in Stellung.
Seine Beharrlichkeit kostet
Anthropic viel Geld, mindestens mal seinen Ende 2024 abgeschlossenen 200 Millionen
US-Dollar schweren Vertrag mit dem Verteidigungsministerium, genauso wie wohl
etliche große Unternehmenskunden. Möglicherweise
schreckt es auch einige Investoren ab, weiter Geld in das von Trump als “woke” beschimpfte
Unternehmen zu pumpen, das der US-Regierung nicht erlauben will, seine
Technologie für Massenüberwachung und vollautonome Waffensysteme zu nutzen.
Viele Nutzer aber feiern Anthropics Beharrlichkeit. Nach dem
Zwist mit dem US-Präsidenten ging eine Protestbewegung, die sich QuitGPT nennt und die es schon länger gibt, in den sozialen Medien viral. Die
Deinstallationen der mobilen ChatGPT-App stiegen laut Marktanalyseanbieter
Sensor Tower in den USA am Samstag um 295 Prozent. Außerdem straften die Nutzer
die ChatGPT-App wohl mit etlichen 1-Stern-Rezensionen in App-Stores ab. Das berichtet
unter anderem das US-amerikanische Techmedium TechCrunch.
Die Downloads von Claude, dem Chatbot
von Anthropic, stiegen hingegen um 51 Prozent an. In den USA führt die
Anwendung derzeit sogar die App-Charts an. Ein Screenshot der US-amerikanischen
Sängerin Katy Perry, der zeigt, wie sie vergangenen Samstag ein Pro-Abo von
Claude abschließt, generierte auf der Plattform X mehr als zwölf Millionen Views.
Es bräuchte zwar schon sehr viele Neuabonnenten, um die entgangenen Millionen-Geschäfte wettzumachen. Aber immerhin: Claude dürfte, dank Trump, noch nie so bekannt gewesen sein wie jetzt.
Darüber sollten Sie nachdenken: Was Ihre neue KI-Brille filmt – und wer es sehen könnte
Mit seinen KI-Brillen hat Meta scheinbar einen Nerv
getroffen: Millionenfach
sind sie bislang verkauft worden. Und werden mitunter schon mal zum Nachfolger des Smartphones erklärt. Die smarten Brillen, denen man von außen
nicht unbedingt ansieht, wie viel Technik in ihnen steckt, sollen Fragen per KI
beantworten – vor allem aber können sie Videos aufzeichnen. Und die sind
offenbar nicht so privat, wie Nutzer sich das wohl erhoffen.
Darüber berichtet
die schwedische Tageszeitung Svenska Dagbladet. Die Reporter schildern,
wie Mitarbeiter des Unternehmens Sama im Auftrag von Meta in der kenianischen
Hauptstadt Nairobi Videos sehen und bearbeiten, die offenbar von den Brillen
von Meta-Kunden stammen. Die Arbeiter beschreiben Aufnahmen, auf
denen Personen nackt aus dem Badezimmer kommen, Sex haben oder persönliche Informationen
wie ihre Bankdaten filmen.
Die Frage der Reporter an Meta, wie
es sein kann, dass private und intime Videos von Meta-Nutzern auf Bildschirmen in Kenia landen können, ließ der US-Konzern unbeantwortet.
Stattdessen verwies er lediglich auf seine Meta-AI-Nutzungsbedingungen und die
Datenschutzrichtlinie. Das weckt nicht allzu viel Vertrauen. Wer sich also eine
KI-Brille kauft, sollte sich vorher gut überlegen, in welchen Situationen er oder
sie die Brille demnächst aufsetzt. Und wann man vielleicht doch lieber auf
das gute alte analoge Drahtgestell zurückgreift.
Das können Sie ausprobieren: Nano Banana 2
Google DeepMind hat Nano
Banana 2 vorgestellt. In der Gemini-App können Nutzer das neue Bildmodell, das auch den weniger einprägsamen Namen Gemini 3.1 Flash Image trägt, bereits kostenlos ausprobieren. Mit der ersten Version
sorgte Google vergangenes Jahr für viel Aufmerksamkeit, weil diese noch bessere Bilder erzeugte als Konkurrenz-KIs.
Das neue Modell soll nun aktuelle Infografiken erstellen
oder Notizen im Nu in Diagramme umwandeln können. Das Licht sei jetzt lebendiger
und Bilddetails noch schärfer, verspricht Google DeepMind. In einem ersten Test
habe ich Nano Banana 2 ein Glas Wasser mit Eiswürfeln generieren lassen, das in der Morgensonne
steht. Das klappte erwartbar gut. An dem vor Kälte beschlagenen Glas
perlte stimmungsvoll das in der Sonne kondensierende Wasser ab. Das Ergebnis von Nano Banana 1 (Gemini 2.5 Flash Image) mit dem gleichen Prompt ist allerdings ähnlich eindrucksvoll. Bildmodelle haben den Punkt, an dem ihre Ergebnisse von Fotos oft nicht zu unterscheiden sind, schon länger überschritten.
Manchmal gibt es aber weiterhin typische KI-Bild-Fehler. Etwa bei der Bitte, eine Tasse Kaffee zu zeigen, die zur Hälfte
gefüllt ist: Die abgebildete Kaffeetasse ist zwar halb voll, auf der Vorderseite aber klafft im Porzellan ein kreisrundes Loch.
Eine Herausforderung für KI sind spezifische Szenarien, die
es in der Realität nicht gibt. Ein Murmeltier zum Beispiel, das Einrad
fährt und dabei ein Plakat in der Pfote hält, auf dem steht: “Murmeltiere gegen
Massentourismus”. Das Protestschild zeigte Nano Banana 2 zwar fehlerfrei. Das
Murmeltier tritt aber nur auf einer Seite des Einrads mit seiner Pfote in die
Pedale, die auf der anderen Seite fehlt. Dafür trägt es einen kleinen Wanderrucksack,
obwohl der im Prompt gar nicht vorkam. Weil sich Inputs auch kombinieren lassen, ist am rechten Bildrand weiterhin das kalte
Glas Wasser zu sehen. Schließlich kann demonstrieren auch ganz schön durstig
machen.
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