Mexikos mächtigster Drogenboss Nemesio Oseguera
Cervantes, genannt “El Mencho”, ist tot. Nach einem Militäreinsatz zu
seiner Festnahme erlag er seinen Verletzungen, als er auf dem Luftweg
nach Mexiko-Stadt geflogen wurde, wie das mexikanische
Verteidigungsministerium mitteilte. Die US-Behörden hätten im Rahmen der
bilateralen Zusammenarbeit mit Informationen beigetragen. Der Einsatz
löste eine gewalttätige Reaktion des von “El Mencho” angeführten
Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) aus. Der
Ex-Polizist hatte seit 2011 das von ihm gegründete Kartell CJNG angeführt.
Bei der Operation einer Sondereinheit der
Streitkräfte in der Gemeinde Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco
kamen den offiziellen Angaben zufolge neben Oseguera sechs weitere
Bandenmitglieder ums Leben, zwei weitere wurden festgenommen. Drei
Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt und in ein Krankenhaus
gebracht.
Informationen aus den USA
Aus den USA reagierte der stellvertretende US-Außenminister Christopher Landau auf die Nachricht der Tötung: Einer der “blutigsten und
rücksichtslosesten Drogenbosse” sei getötet worden, schrieb er auf der
Plattform X. “Das ist eine großartige Entwicklung für Mexiko, die USA,
Lateinamerika und die ganze Welt. Die Guten sind stärker als die Bösen”.
Die mexikanische Botschaft in Washington teilte mit, dass die Vereinigten Staaten Informationen für die Militäroperation bereitgestellt hätten. “Zusätzlich
zu den zentralen militärischen Geheimdienstaktivitäten wurden
ergänzende Informationen von den US-Behörden im Rahmen der bilateralen
Koordination und Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten
bereitgestellt”, schrieb die Botschaft in einem Beitrag auf X.
Als Reaktion auf den Militäreinsatz sperrten
Bandenmitglieder in mehreren Bundesstaaten, darunter in Jalisco,
Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, Straßen mit
brennenden Autos, Lastwagen und Bussen. Auch wurden Feuer in Apotheken und kleinen
Einzelhandelsgeschäften gelegt.
Vorliebe für Hahnenkämpfe
Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in
Sicherheit zu bringen. Auch die US-Botschaft in Mexiko gab eine
Sicherheitswarnung für US-Bürger aus. Aufgrund laufender
Sicherheitsoperationen und Straßensperren sollten US-Bürger an den
betroffenen Orten bis auf weiteres in ihren Unterkünften bleiben, hieß
es.
“El Mencho” wurde am 17.
Juli 1966 in Aguililla geboren, einer armen Gemeinde im westlichen
Bundesstaat Michoacán. In der mexikanischen Unterwelt wurde er wegen
seiner Vorliebe für Hahnenkämpfe der “Herr der Hähne” genannt. Sein
weiterer Spitzname, “El Mencho”, soll eine Ableitung seines Vornamens
Nemesio sein.
Das 2009 gegründete Kartell gilt als besonders gewalttätig und ist eines
der mexikanischen Drogenkartelle, die US-Präsident Donald Trump als
terroristische Organisation eingestuft hat. Neben dem Handel mit Fentanyl ist es demnach auch
in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und
Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt. Die Tötung von “El Mencho” ist der bedeutendste
Schlag gegen die mexikanischen Drogenkartelle seit der Festnahme der
Drogenbosse Joaquín “El Chapo” Guzman und Ismael “El Mayo” Zambada, die
in den USA in Haft sitzen. Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen
US-Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) auf “El Mencho” ausgesetzt.
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