Wer hat gewonnen?
Im 60. Superbowl der National Football League siegten die Seattle Seahawks 29:13 gegen die New England Patriots. Für Seattle war es der zweite Titel nach dem Erfolg in der Saison 2013. Als wertvollster Spieler wurde Seattles Running Back Kenneth Walker ausgezeichnet, der auf 136 Laufyards und 25 Yards für gefangene Pässe kam.
Welches Sprichwort wurde widerlegt?
Die Zeit vergeht bekanntlich, wenn man sich amüsiert. Davon konnte dieses Mal lange Zeit keine Rede sein. Der 60. Superbowl galt lange Zeit als einer der ereignisärmsten und geht als einer der langweiligsten in die Geschichte ein. Drei Viertel lang folgte Punt auf Punt auf Punt. Immer wieder mussten Seahawks und Patriots ihr Angriffsrecht abgeben, weil sie gegen die gegnerische Defensive nicht ankamen. New Englands Quarterback Drake Maye erlebte einen schlimmen Abend. Gefühlt ging er öfter zu Boden als Axel Schulz bei seinem Comebackkampf. Zeit, den Ball zu seinen Mitspielern zu befördern, blieb ihm kaum, seine Laufversuche wurden fast immer gestoppt. Lange Zeit sah es so aus, als würde Maye als erster Quarterback in die Geschichte eingehen, der sein Team zu keinem einzigen Punkt führt. Diesen Makel konnten die Patriots im letzten Viertel noch vermeiden, an der Niederlage änderte das aber nichts. Als es für einen Moment so aussah, als könnte New England beim Stand von 7:19 noch einmal zurückkommen, unterlief Maye eine Interception. Später verlor er den Ball noch mal und kassierte einen Touchdown. Spannung kam dadurch nie wirklich auf.
Wer hatte trotzdem Spaß?
Während ihrer ersten glorreichen Phase zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts fußten die Erfolge der Seattle Seahawks auf ihrer angsteinflößenden Verteidigung. Richard Sherman, Bobby Wagner und Co. terrorisierten als Legion of Boom gegnerische Angreifer. Besonders übel richteten sie Peyton Mannig in Superbowl 48 zu, als sich die Seahawks zum ersten Mal als Champion krönten. Wagner, der immer noch aktiv ist, war in Santa Clara anwesend und sah aus der Nähe, wie seine Erben die Patriots auseinandernahmen. Angeführt von Leonard Williams, Tariq Woolen und Devon Witherspoon hielten die Seahawks New England drei Viertel lang punktlos. New Englands Quarterback Maye brachten sie siebenmal zu Boden. Als wäre das nicht schon genug, erlief Uchenna Nwosu im vierten Viertel noch einen Touchdown. Für viele Experten war das, was Seattle gegen den Ball zeigte, eine der besten Leistungen in 60 Jahren Superbowl. Defensivliebhaber überall auf der Welt hatten Tränen der Rührung in den Augen und schon war sie eröffnet, die Debatte, welche Verteidigung besser ist. Seattles Legion of Boom von 2013 oder ihre Nachfolger aus der Saison 2025.
Welche Rekorde wurden gebrochen?
Seattles Kicker Jason Myers verwandelte fünf Field Goals für fünfzehn Punkte. Mehr schaffte noch kein Kicker im Superbowl. Damit schraubte er seine Punkteausbeute über die gesamte Saison auf 205. Mehr erzielte noch kein Spieler, egal auf welcher Position, für sein Team. Seattles Quarterback Sam Darnold gewann als erster Spielmacher den Superbowl, der für fünf verschiedene Teams spielte.
Welche Rekorde wurden nicht gebrochen?
Drake Maye wurde nicht zum jüngsten Quarterback, der den Superbowl gewinnt. Mike Vrabel wurde nicht der erste Mensch, der den Superbowl als Trainer und Spieler mit derselben Franchise gewinnt. New England wurde nicht zum alleinigen Rekordhalter der NFL. Soweit die Negativmeldungen aus Sicht der Patriots.
Drei Viertel lang sah es so aus, als würde New England nicht mal einen einzigen Punkt zustande bringen. Einen sogenannten Shutout hat es im Superbowl noch nie gegeben. Auch stand die niedrigste Punkteausbeute (New England gegen LA Rams,13:3) lange auf der Kippe. Das änderte sich erst im letzten Viertel, als sich beide Teams auf einen wilden Schlagabtausch einließen, so als wollten sie die Zuschauer noch ein wenig entschädigen.
Gab es aus Sicht der Patriots trotzdem etwas Positives?
Vielleicht, dass Robert Kraft nicht die sieben Pfund schwere Lombardi-Trophy entgegennehmen musste. Der Besitzer der Patriots ist inzwischen 84 Jahre alt und wirkt trotz jugendlicher College-Jacke eher wie Mr. Burns von den Simpsons. Als der in der Folge “Team Homer” im Anschluss an ein Bowling-Turnier den Pokal entgegennehmen sollte, zwang ihn das Gewicht der Trophäe in die Knie. Ähnliches blieb Kraft nun erspart.
Flogen musikalische Spitzen gegen Donald Trump während der Halbzeitshow?
Der Präsident der USA zog es vor, dem Superbowl fernzubleiben. Offiziell war ihm die Reise von Washington an die Westküste zu weit. Inoffiziell fürchtete er im liberalen Kalifornien ausgebuht zu werden, und die Besetzung der Halbzeitshow war auch nicht nach seinem Gusto. Bad Bunny performte auf Spanisch, der Sprache der Menschen, die Trumps Schergen von ICE gerade aus dem Land prügeln. Bad Bunny ist alles andere als ein Freund des Präsidenten, so galt die Show schon im Vorfeld als politisch aufgeladen. Bad Bunny vermied offensichtliche Kritik, aber sein Auftritt stand für sich. Eine farbenfrohe, stimmungsvolle, laute Hommage an das Lebensgefühl der Latinogemeinde. Als Gaststars traten Lady Gaga und Ricky Martin auf. Eine Trump-kritische Sängerin und ein homosexueller Performer. Am Ende seines Auftritts zählte Bad Bunny alle Länder Nord-, Mittel- und Südamerikas auf, Fahnenträger hinter ihm schwenkten eifrig Flaggen. Sein Schlussstatement? “God save America”.
Was haben Bad Bunny und Donald Trump gemeinsam?
Beide traten schon mal bei WrestleMania auf, der größten Show von World Wrestling Entertainment. Trump durfte 2007 dem damaligen WWE-Chef Vince McMahon den Schädel rasieren, Bad Bunny teamte 2021 mit dem ebenfalls aus Puerto Rico stammenden Damien Priest.
Wo war Taylor Swift?
Bei den vergangenen Ausgaben des Superbowls war Swift Stammgast, was mit ihrem Verlobten Travis Kelce zusammenhing. Kelce, Tight End bei den Kansas City Chiefs, stand auf dem Feld, Swift feuerte ihren Liebsten aus der VIP-Loge an. All Eyes on us, hieß es dann, eine Extraportion Glamour war garantiert. Bei jeder Möglichkeit schwenkten die Kameras auf Swift und ihre Entourage. An den Bildschirmen schmachteten Millionen Swifties, NFL-Boss Roger Goodell fuhr sich freudig durchs Toupet bei so viel zusätzlicher Aufmerksamkeit. Nun fehlten die Chiefs zum ersten Mal seit drei Jahren im Endspiel und dadurch auch Swift.
Gerüchte, dass sie trotzdem in San Francisco auftaucht, hielten sich in den Tagen vor dem Superbowl hartnäckig. Auch hier führte die Spur zu Kelce, der am Donnerstag Gastgeber einer Veranstaltung in der Stadt war. Dort wurde Swift aber genauso vergeblich gesucht wie im Levi’s Stadium. Schon wird ihr Name für einen möglichen Auftritt beim Superbowl 2027 gehandelt. Als Live-Act, da hat sich Swift schon geäußert, kommt sie aber nur infrage, wenn ihr Verlobter seinen letzten Ball gefangen hat. Eine Entscheidung, ob Kelce weiterspielt oder seine Karriere beendet, wird in den kommenden Wochen erwartet.
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