Die USA werden offenbar die Führung von zwei wichtigen
Nato-Kommandostellen an europäische Partner übergeben. Wie die
Nachrichtenagenturen Reuters und AFP mit Bezug auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise melden, handelt es
sich dabei um die Leitung des für den Süden zuständigen Nato-Kommandos in
Neapel und des für den Norden zuständigen Kommandos in Norfolk im
US-Bundesstaat Virginia. Die Leitung in Neapel soll demnach an Italien und die
von Norfolk an Großbritannien gehen.
US-Präsident Donald Trump hatte gefordert, dass die europäischen
Staaten mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen sollen. Das
lange von den USA dominierte Militärbündnis müsse zu einer “europäisch
geführten Nato” werden.
Im Gegenzug würden die USA die Leitung dreier operativer
Kommandos übernehmen, sagten ein Militärinsider und eine weitere mit der
Angelegenheit vertraute Person Reuters. Diese seien zwar in der Hierarchie
etwas niedriger angesiedelt, trügen aber erhebliche Verantwortung für militärische
Einsätze. Dabei handele es sich um Kommandos der Luftwaffe, der Marine und des
Heeres.
Wichtigste Kommandos bleiben bei USA
Ein Nato-Vertreter bestätigte auf Anfrage,
die Verbündeten hätten sich auf eine neue Aufgabenverteilung
geeinigt. Europäische Partner, einschließlich der neuesten Mitglieder, würden
künftig eine wichtigere Rolle in der militärischen
Führung spielen. Die Entscheidung beziehe sich auf die “Planung künftiger
Rotationen”.
Die wichtigsten Nato-Kommandos in den Bereichen Luft, Land
und See liegen weiter bei den USA. Auch der Posten des Oberbefehlshabers der
alliierten Streitkräfte in Europa verbleibt bei den Vereinigten Staaten.
USA bekennt sich zu Nato
Die europäischen Staaten hatten angesichts des russischen
Angriffskrieges in der Ukraine ihren jeweiligen Verteidigungshaushalt deutlich
erhöht. Im vergangenen Jahr verpflichteten sich die Nato-Verbündeten zu
Verteidigungsausgaben in Höhe von insgesamt fünf Prozent ihrer jährlichen
Wirtschaftsleistung.
Zuletzt drohte der Konflikt um Grönland wegen Trumps
Ansprüchen auf die Arktisinsel zeitweise, die Nato zu spalten. Der
US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, sagte jedoch am Montag, dass
der US-Präsident das westliche Militärbündnis stärken und nicht etwa
“zerstören” wolle, indem er Europa zu mehr Engagement dränge.
“Wir versuchen, die Nato zu stärken, nicht sie aufzulösen oder
abzulehnen”, sagte Whitaker. Vielmehr bemühe sich die US-Regierung, die Nato
“so funktionieren zu lassen, wie sie als Bündnis von 32 starken und
fähigen Verbündeten gedacht war”.
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