In Portugal hat
die Regierung nach Kritik an ihrem Unwettermanagement erste Konsequenzen
gezogen. Am Dienstagabend teilte die portugiesische Präsidentschaft den
Rücktritt von Innenministerin Maria Lúcia Amaral mit.
Die Ministerin “war
der Ansicht, dass sie nicht über die persönlichen und politischen
Voraussetzungen verfügte, die für die Ausübung ihres Amtes erforderlich sind”,
hieß es in der Mitteilung. Portugals Regierungschef Luís Montenegro werde ihr
Amt übergangsweise ausüben.
Der Schritt
erfolgt, nachdem bei mehreren heftigen Stürmen und Überschwemmungen in Portugal in den
vergangenen zwei Wochen nach offiziellen Angaben mindestens sieben
Menschen gestorben waren. Es entstand zudem Sachschaden in Höhe von mindestens vier
Milliarden Euro. Kritiker warfen der Regierung Versagen beim Notfallmanagement
vor.
Amarals Rücktritt
sei der “Beweis, dass die Regierung bei ihrer Reaktion auf diesen Notfall
versagt hat”, sagte der Generalsekretär der oppositionellen
Sozialistischen Partei, José Luís Carneiro, zur portugiesischen Presse.
Mindestens 13 Tote nach einer Serie von Winterstürmen
In Portugal und Südspanien stehen nach einer ungewöhnlichen Serie heftiger Winterstürme ganze Landstriche unter
Wasser. Tausende Evakuierte waren noch am Wochenende in Notunterkünften untergebracht, wie die staatlichen TV-Sender
beider Länder, RTVE und RTP berichteten. Seit vergangener Woche gab es in Portugal insgesamt 13 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen sowie Hunderte Verletzte bei Aufräumarbeiten.
Auf das Sturmtief Kristin Ende Januar folgten binnen Tagen der Sturm Leonardo sowie am Wochenende der nächste Sturm, Marta. Es war bereits das siebte Sturmtief seit Jahresbeginn und hatte mit Starkregen, Orkanböen und hohen Wellen Portugal, Andalusien im Süden Spaniens und Marokko heimgesucht.
Die Iberische
Halbinsel leidet besonders unter dem Klimawandel. Seit Jahren sind Spanien und
Portugal von extremen und zunehmend länger dauernden Hitzewellen betroffen, die
oft schon vor dem offiziellen Beginn des Sommers eintreten. Im Herbst und
Winter gab es zuletzt immer häufiger Starkregen und Überschwemmungen.
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