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Rassismus in Deutschland: Studie zeigt “verfestigtes” rassistisches Denken in Deutschland

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Laut einer Studie glauben viele Menschen an angeblich naturgegebene Unterschiede zwischen Ethnien. Zwei Drittel der Befragten halten bestimmte Kulturen für besser.

Viele Menschen in Deutschland glauben einer Studie zufolge an
vermeintlich naturgegebene Unterschiede zwischen verschiedenen Ethnien
und Kulturen. So stimmten zwei von drei Befragten der Aussage zu, dass bestimmte
Kulturen “fortschrittlicher und besser” seien als andere, wie aus der Erhebung des Deutschen Zentrums für
Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hervorgeht. Knapp die
Hälfte vertrat die Ansicht, dass gewisse Gruppen “von Natur aus
fleißiger” seien als andere. 36
Prozent der Befragten stimmten der Aussage
zu, dass es unterschiedliche “Rassen” gäbe.

Für die Studie wurden von Oktober 2025 bis Januar
2026 rund 8.200 Menschen mithilfe eines Online-Tools befragt. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge
repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland im Alter zwischen 18 und 74
Jahren. Die Studie ist Teil des
Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa). Dieses langfristig
angelegte Forschungsprojekt erhebt und analysiert im Auftrag der
Bundesregierung Daten zur Situation von Menschen, die von rassistischen
Zuschreibungen betroffen sind.

Vertrauen in den Staat sinkt

Etwa 65 Prozent der Menschen, die häufig selbst
Diskriminierung erfahren, haben laut der Studie deutlich weniger Vertrauen in
staatliche Institutionen und Akteure wie Polizei, Justiz, Bundesregierung und
Politiker. In Bezug auf die Bundesregierung haben nur etwa 29 Prozent
Vertrauen.

Seit 2022 ist das Vertrauen unter Befragten von
rassistisch markierten Gruppen wie etwa Muslimen zudem deutlich gesunken. “Diskriminierung ist somit kein bloßes Befindlichkeitsproblem, sondern
eine reale Gefahr für die Legitimität staatlicher Institutionen und den
gesellschaftlichen Zusammenhalt”, sagte Mit-Studienautor Tae Jun Kim.

Forderung nach Konsequenzen

Die Studie ergebe das Bild einer “sehr
hartnäckigen Verfestigung” rassistischen Einstellungen, sagte Frank
Kalter, der Direktor des Deutschen Zentrums für Integrations- und
Migrationsforschung (DeZIM). Die Umfrage zeige auch, dass rassistische
Diskriminierung für viele Menschen Alltag sei. Allerdings werde das Thema
Rassismus und Diskriminierung in der politischen Debatte “vermehrt
wegrelativiert”.

Ähnlich äußerte sich die unabhängige
Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman. “Rassistisches Denken und
Handeln schadet nicht nur den Betroffenen, es gefährdet unsere
Demokratie.” Es schwäche das Vertrauen in die Institutionen. Ataman forderte daher,
dass die Bundesregierung klare Grenzen setzen müsse. Es bräuchte eine
“Null-Toleranz-Politik für Rassismus und Diskriminierung”. Nötig sei
dafür unter anderem eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, die
es ermögliche, sich effektiv gegen Diskriminierung zu wehren. Gefragt seien
aber auch Unternehmen und Menschen, die sich im Alltag solidarisch zeigten.

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