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Raumfahrt der Nasa: Jetzt will die Nasa wirklich zum Mars – mit Atomkraft!

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Die Rückkehr zum Mond und der Bau einer Basis? Macht die Nasa nebenbei. Der große Plan lautet: 2028 soll ein Raumschiff zum Mars aufbrechen – mit Atomreaktor im Inneren.

Prometheus brachte den Menschen das Feuer und wurde dafür
von den Göttern an einen Felsen gekettet, zur Strafe. Was wagte er! Die
US-Raumfahrtbehörde Nasa hat sich davon nicht schrecken lassen. Als sie in den
frühen 2000er-Jahren erforschen ließ, wie das Feuer der Atomspaltung ein interplanetares
Raumschiff antreiben könne, nannte sie das Vorhaben Project Prometheus.

Ein Vierteljahrhundert später nun hat
der Vizechef der Nasa, Amit Kshatriya, angekündigt: “Wir bringen den nuklearen Antrieb
endlich aus dem Labor in den Weltraum.” Genauer: zum Mars. Dorthin soll ein mit einem Kernreaktor bestücktes Raumschiff
fliegen. Sein Name steht schon fest, Space
Reactor‑1 Freedom. Und es kann wirklich niemand sagen, irgendetwas davon sei subtil
kommuniziert worden. Trug die Veranstaltung, bei der Nasa-Chef Jared Isaacman am
Dienstagabend europäischer Zeit im Nasa-Hauptquartier seine Pläne für Veränderungen
bei der Raumfahrtbehörde präsentierte
, doch schlicht den Namen Ignition, also
Zündung.

Dazu gehörte ein ganzer
Strauß, nun ja, zündender Ankündigungen. So will die Nasa einen Drei-Stufen-Plan
für eine Mondbasis verfolgen, die am Ende permanent bewohnt sein soll: Zwar war
dieser Teil der Ankündigung streng genommen Old News – bereits Ende Dezember hatte US-Präsident Trump in einem Dekret eine amerikanische Mondbasis bis 2030 verordnet. Aber naturgemäß erzeugte dieses Thema das
größte Medienecho. “Diesmal geht es nicht um Flaggen und Fußabdrücke. Diesmal ist
unser Ziel, dort zu bleiben”, sagte Isaacman. Nach seinen Angaben wolle die
Nasa bis zum Ende des Jahrzehnts 20 Milliarden US-Dollar in den Aufbau der
Basis stecken. Das dafür nötige Budget muss die Raumfahrtbehörde allerdings vom
Kongress bewilligt bekommen.

En passant hieß es auch,
man werde das Lunar Gateway “pausieren”, jene Station im Mondorbit, an deren
Planung und Bau die Europäer intensiv beteiligt waren – die in den USA aber nur
wenig Unterstützung genoss. Indessen wurden Privatfirmen zu Vorschlägen für eine künftige Raumstation als Nachfolgerin der ISS im Erdorbit eingeladen, ebenso wie für outgesourcte Forschungsmissionen der Zukunft, genannt Science as a Service. Auch die künftige Abkehr von der als
Milliardengrab verschrienen Mondrakete SLS signalisierten die Nasa-Verantwortlichen. Zunächst soll diese aber wie geplant am 1. April wieder Astronauten auf einen Flug um den Mond
ins All tragen.

Eine Renaissance der Kernkraft – im All?

Keine der Ankündigungen
war allerdings so konkret und ambitioniert wie jene des prometheischen
Reaktorraumschiffs. “Der Nasa-Vorstoß zu nuklearen Antrieben stellt eine komplette
Kehrtwende dar”, kommentierte das Wissenschaftsmagazin Science. Schließlich habe der Haushaltsentwurf des
vergangenen Jahres noch das Ende von Forschungsprojekten in diese Richtung
verheißen. – Findet die viel beschworene Renaissance der Kernkraft etwa nicht
auf der Erde statt, sondern im Weltraum?

Nuclear Electric
Propulsion (kurz: NEP) ist ein jahrzehntealtes Konzept, harrt aber bis heute des großen Durchbruchs. Um Verwechslungen auszuschließen: Viele
Raumfahrzeuge, die in den vergangenen Jahrzehnten in die kalten und dunklen
Weiten des Sonnensystems geschickt wurden, verfügen über sogenannte
Zerfallsbatterien (im Jargon der Ingenieure: Radioisotop-Thermoelektrische
Generatoren, kurz RTG). In ihnen
zerfällt radioaktives Material und setzt dabei Wärme frei, die wiederum an Bord
in Strom umgewandelt wird. Die Jupiter-Sonde Galileo wurde so betrieben,
ebenfalls die schon in den 1970er-Jahren gestarteten Raumsonden Voyager I und
II.

Das Magazin Scientific
American
zitierte den Sprecher der Planetary Society, Casey Dreier, mit der Einschätzung, dass das Bekenntnis
zur Kernenergie wohl der bemerkenswerteste Aspekt der Ignition-Veranstaltung der
Nasa war. Nuklearelektrische Antriebe würden “enorme Möglichkeiten für die
Energienutzung bei verschiedenen wissenschaftlichen Missionen und natürlich
auch bemannten Missionen im Sonnensystem eröffnen”, sagte Dreier.

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