Bei Versammlungen zum Gedenken an die Getöteten der Proteste im Iran haben am Samstag Studenten in Teheran Medienberichten zufolge Slogans gegen die Regierung skandiert. Sie riefen “Schändlich” oder “Tod dem Diktator”, wie unter anderem der im Ausland ansässige Fernsehsender Iran International berichtete. Die Versammlungen fanden demnach an mehreren Universitäten in der iranischen Hauptstadt statt.
Die Proteste hatten sich Ende Dezember an den hohen Lebenshaltungskosten im Iran entzündet und sich rasch zu einer landesweiten Protestwelle gegen die Regierung ausgeweitet, die am 8. und 9. Januar ihren Höhepunkt erreichte und blutig niedergeschlagen wurde.
Nach Angaben Teherans gab es bei den Protesten mehr als 3.000 Todesopfer. Internationale Organisationen schätzen die Zahl der Todesopfer weitaus höher ein als die Behörden im Iran. Die in den USA ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) gibt an, dass mehr als 7.000 Menschen getötet worden seien, die meisten von ihnen Demonstranten.
Gedenken am 40. Tag
In dieser Woche ist der Höhepunkt der Proteste 40 Tage her. Online verbreiten sich viele Videos von 40-Tage-Zeremonien im ganzen Land. Zu einigen versammelten sich offenbar mehrere Hundert Menschen, die häufig regierungskritische Slogans skandieren. Oft sind die Feiern festlich, Hinterbliebene singen und werfen Blumen in die Luft – als Zurückweisung der ernsten Atmosphäre bei offiziellen Zeremonien. Die meisten Teilnehmenden vermeiden die religiös konnotierte Bezeichnung der Toten als Märtyrer.
In von der Nachrichtenagentur AP verifizierten Videos von der Trauerfeier für einen am 8. Januar getöteten 16-jährigen Jungen in der westiranischen Kleinstadt Abdanan sind Hunderte Menschen auf dem Hauptfriedhof zu sehen. Sie recken ihre Fäuste in die Höhe und skandieren “Tod für Chamenei”. Sicherheitskräfte feuern offenbar aus einem gepanzerten Fahrzeug Tränengas ab.
Während der Islamischen Revolution 1979, die zum Sturz des Schahs und zur Gründung der Islamischen Republik führte, mündeten Gedenkfeiern für getötete Demonstranten häufig in Kundgebungen. Sicherheitskräfte gingen dagegen vor, weitere Tote waren die Folge. Bei deren 40-Tage-Feiern kam es dann erneut zu Protesten.
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