Der deutsche Olympiasieger auf der Normalschanze, Philipp Raimund, hat die erhoffte Medaille im olympischen Skispringen von der Großschanze verpasst. Er war zwar der beste Deutsche aus der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher. Im Großschanzen-Einzel landete er jedoch nur auf Platz neun. Die Goldmedaille ging an den slowenischen Topfavoriten Domen Prevc. Silber holte der Japaner Ren Nikaido. Bronze sicherte sich der Pole Kacper Tomasiak.
“Logischerweise bin ich jetzt gerade leicht gefrustet”, sagte Raimund. Zur Medaille fehlten ihm umgerechnet knapp acht Meter. Er sprang im italienischen Predazzo 131 und 136 Meter weit. Eine Klasse für sich war Weltmeister Prevc. Der Slowene flog auf 138,5
und 141,5 m und holte sich vor dem Japaner Ren Nikaido das erste
Einzel-Gold seiner Karriere, Bronze ging an Kacper Tomasiak aus Polen.
Goldsieger Prevc habe verdient gewonnen, sagte Andreas Wellinger, der als zweitbester Deutscher im Skisprung gilt. “Domen ist der Mann, der den ganzen Winter dominiert hat und ich glaube, dass er sich heute mit der perfekten Saison gekrönt hat”, sagte Wellinger. Er selbst landete auf dem 15. Platz.
Pius Paschke wurde 24., Felix Hoffmann sprang auf Rang 25.
Schon das Probespringen verlief nicht wie gewünscht
Raimund, der beim SC Oberstdorf springt, hatte sich vor dem Großschanzen-Einzel optimistisch gezeigt. “Ich habe ein gutes Gefühl. Ich habe genau das Gefühl, dass ich spüren will”, sagte er am Freitagabend. Doch schon im Probedurchgang am Samstag lief es für Raimund nicht wie erwartet. Auch die Zuschauer sahen dem Großschanzen-Einzel hoffnungsvoll entgegen. Trotz Nieselregen war das Stadion so voll wie nie zuvor bei den aktuellen Winterspielen. Teilweise versammelten sich Fans auf einem Hügel außerhalb der Anlage und schauten von dort zu.
Das Skispringen war von zahlreichen Enttäuschungen und Niederlagen begleitet: Der Slowene Anže Lanišek landete auf dem 30. Platz, für den im Weltcup zweitplatzierten Japaner Ryoyu Kobayashi reichte es diesmal nur für den sechsten Rang. Daniel Tschofenig aus Österreich, der im vergangenen Jahr noch die Vierschanzentournee gewonnen hatte, wurde wegen eines nicht zulässigen Schuhs disqualifiziert.
Raimund ist Sechster im Gesamtweltcup und gilt als
bester Deutscher. In dieser Saison schaffte er es gleich fünfmal aufs
Podest – einmal als Zweiter,
viermal als Dritter. Ohne je einen Weltcup gewonnen zu haben, wurde er auf der Normalschanze zum Olympiasieger. Mit dem
Mixed-Team war Raimund bei den Olympischen Winterspielen bereits Vierter
geworden. Am Montag hat er noch einmal die Chance auf eine Medaille.
Dann steht die Entscheidung im Super Team an.
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