Kurz bevor man in den Ort Brandenburg an der Havel reinfährt, kommt man
an drei Tankstellen vorbei: einer Esso, einer Shell, einer Aral. Das ergibt
Sinn, denn Brandenburg an der Havel ist eine dieser Städte, in denen man lieber
ein Auto besitzt als keines: 74.000 Einwohner, kein ICE-Halt, viele kleine Orte
drum herum. Das einzige Problem mit den Autos ist, dass man sie betanken muss
und Sprit gerade sehr teuer ist.
Am Sonntagmorgen, Weltfrauentag,
hält ein VW Polo an der Esso-Tankstelle, Zapfsäule drei direkt neben dem Shop,
eine Frau mit grün umrandeter Brille steigt aus. Während der Sprit in den Polo
fließt, schaut sie ganz genau auf die Anzeige – sie will nur 50 Euro ausgeben.
Wie viel Sprit bekam sie sonst dafür? – “Da war er voll.” Sie sei Erzieherin,
sagt sie, arbeite Vollzeit und habe selbst ein Kind. Klar könne sie die 15
Kilometer zur Arbeit auch mit dem Rad fahren, “aber dann bist du schon völlig
durchgetüdelt, wenn du morgens ankommst”.
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