Gelten für Milliardäre keine Regeln? Der Soziologe Grégory Salle erkennt im Fall Jeffrey Epstein auch den strukturellen Machtmissbrauch einer enthobenen Elite.
DIE ZEIT: Herr Salle, die Epstein-Akten
enthüllen ein global verknüpftes Netzwerk aus Mächtigen und Multimillionären.
Sie forschen zu Superreichen. Haben die Akten Sie überrascht?
Grégory Salle: Die Grausamkeit des Systems, ja, die
hat mich überrascht. Hoffentlich betrifft das nur wenige Superreiche. Aber wir
müssen erkennen: Epsteins Macht ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom einer
schwerreichen Parallelwelt. Die Dokumente enthüllen gnadenlos, dass man mit
Geld fast alles kaufen kann – sogar Kinder. Ich werfe natürlich nicht allen
sexuelle Ausbeutung vor. Aber Exzesse? Ja. Machtmissbrauch? Ja. Diese Menschen
leben in einer Welt, in der sie sich selbst als Helden inszenieren.
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