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Syrien: Syrische Regierung schließt Gefangenenlager für IS-Familien

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Im berüchtigten Al-Hol-Lager im Nordosten Syriens lebten zuletzt mehr als 20.000 Menschen. Einige sollen laut Regierung Hilfe zur Wiedereingliederung bekommen.

Die Regierung in Syrien hat das berüchtigte Gefangenenlager Al-Hol
im Nordosten des Landes geschlossen. “Die syrischen und nicht syrischen Familien wurden umgesiedelt”, teilte ein von der syrischen Regierung mit
der Verwaltung des Lagers beauftragter Beamter, Fadi al-Kassem, der
Nachrichtenagentur AFP mit.

Entlassene, die “Hilfe für ihre
Wiedereingliederung” in die Gesellschaft benötigten, seien laut al-Kassem in
ein Lager in Achtarin im Norden der Provinz Aleppo und an andere Orte gebracht
worden. Sicherheitskräfte führten derzeit letzte Kontrollen der Zelte im Lager
durch. Aus Kreisen einer Menschenrechtsorganisation verlautete, alle in Al-Hol
arbeitenden Teams hätten das Lager verlassen; die Ausrüstung sei abgebaut
worden.

In den vergangenen Jahren waren Tausende ehemalige Mitglieder der Terrormiliz “Islamischer
Staat” (IS)
und deren Angehörige in Gefängnissen und Lagern im Nordosten Syriens
festgehalten worden, wo kurdische Milizen eine autonome Verwaltung
aufgebaut hatten. Al-Hol in der syrischen Provinz Hasakeh war bislang das
größte Lager für IS-Familienmitglieder in der Region. Zuletzt lebten dort etwa 24.000 Menschen,
hauptsächlich Frauen und Kinder. Zu den Insassen zählten etwa 15.000 Syrer,
mehrere tausend Iraker und mehr als 6.000 Menschen aus rund 40 anderen Ländern.

IS-Kämpfer in den Irak verlegt

Die syrische Regierung hatte
nach einer Offensive im Nordosten Syriens im Januar die Kontrolle über Al-Hol
übernommen. Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa ordnete vergangene
Woche per Dekret eine Generalamnestie für Inhaftierte an. In Zuge
dessen kündigte die Regierung auch die Schließung von Al-Hol an.

In den vergangenen Wochen hatten die USA bereits Tausende
inhaftierte Ex-IS-Kämpfer aus Syrien in den Irak verlegt
. Dies sollte laut dem US-Militär sicherstellen, dass die gefangenen Islamisten “in sicheren Haftanstalten bleiben”. Hintergrund der
Aktion waren Spannungen zwischen der syrischen Übergangsregierung und der von
Kurden dominierten Miliz SDF, die als US-Verbündeter eine bedeutende Rolle im
militärischen Kampf gegen den IS gespielt hatten.

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