Der Herausgeber und Vorstandschef der US-Zeitung Washington
Post hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. “Während meiner Amtszeit mussten
schwierige Entscheidungen getroffen werden, um die nachhaltige Zukunft der Post
zu sichern, damit sie auch in den kommenden Jahren täglich hochwertige,
unparteiische Nachrichten für Millionen von Leserinnen und Lesern veröffentlichen
kann”, schrieb Will Lewis in einer Mitteilung.
Die Washington Post hatte diese Woche angekündigt, ein
Drittel ihrer Belegschaft zu entlassen. Konkrete Zahlen nannte die Zeitung nicht,
US-Medien berichteten von 300 betroffenen Journalistinnen und Journalisten. Im
Rahmen der Sparmaßnahmen sollen vor allem in der Sportredaktion, bei den
Lokalnachrichten und im Literaturressort sowie in der Auslandsberichterstattung
zahlreiche Stellen entfallen.
Die Washington Post gehört zu den wichtigsten Zeitungen der
USA und ist mit ihrem Alter von fast 150 Jahren ein Traditionsblatt. Als Ursache der wirtschaftlichen Probleme bei der Zeitung gilt nicht zuletzt der Kurs von Eigentümer Jeff Bezos, der die Washington Post 2013 gekauft hatte. Auf Druck des Amazon-Gründers im Vorfeld der
Wahl 2024 hatte die Zeitung entgegen ihrer Tradition darauf verzichtet, eine
Wahlempfehlung – in dem Fall für die demokratische Kandidatin Kamala
Harris – auszusprechen. 200.000 Abonnenten hatten deswegen ihre Verträge gekündigt. Auch der Umbau des Meinungsressorts in der Zeitung, das sich auf persönlichen Wunsch von Bezos künftig auf “persönliche Freiheiten und freie Märkte” konzentrieren soll, sorgte für Kritik.
Lewis war seit 2023 Herausgeber und CEO der Washington Post.
Zuvor war er unter anderem Verleger des Wall Street Journal.
Finanzchef Jeff D’Onofrio werde seine Ämter übergangsweise übernehmen, teilte
die Zeitung mit.
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