Die Serie “Lexikon der Liebe“ bietet Leserinnen und Lesern Platz, ihre Liebesgeschichten zu erzählen.
Leonard*, 64: “Es trug sich zu im Juli 1981. Abiturfahrt nach Rom, im Bus. Wir starteten an einem Freitagnachmittag. Irgendwann am späteren Abend setzte sich Hanna zu mir. Sie zählte zu den angesagtesten Mädchen der Klasse. Wir beide kannten uns ganz gut und hatten schon so manchen politischen Disput geführt: Hanna engagierte sich bei Amnesty International, trug gern Latzhose und Batik-T-Shirt. Ich hingegen war eindeutig dem konservativen politischen Lager zuzuordnen, trug Poloshirt, die Haare anders als damals noch vielfach üblich. Hanna setzte sich also zu mir, was mich sehr berührte: Diese tolle Frau! An unser Gespräch kann ich mich nicht mehr entsinnen. Irgendwann schliefen wir ein, sie lehnte mit dem Kopf an meiner Schulter. Als mir diese Sitzposition allmählich zu ungemütlich wurde, bettete ich die tief schlummernde Schöne auf meinen Schoß. Wie lange wir so dämmerten beziehungsweise schliefen, daran erinnere ich mich nicht mehr. Irgendwann in den Morgenstunden, den Fluss Po in Norditalien hatten wir längst überquert, rührte ein Mitschüler an ihrem Fuß, sodass Hanna erwachte. Sie setzte sich auf, weitere Gespräche folgten, Rom nahte. Während des bald beginnenden letzten Schuljahres fand ich nie den Mut, Hanna darauf nochmals anzusprechen. Gerne aber hätte ich mehr daraus entstehen lassen.
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