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Wirtschaftspolitik der AfD: Die AfD ist eine Gefahr für Demokratie und Wohlstand

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Die AfD-Ideologie ist eine Gefahr für die Demokratie. Sie nutzt ein Menschenbild, das von Angst geprägt ist, und ökonomische Konzepte, die Wohlstand vernichten würden.

Die größte politische
Herausforderung unserer Zeit besteht nicht in wirtschaftlichen Krisen, nicht in
geopolitischen Konflikten und auch nicht allein im Klimawandel. Sie besteht darin, dass die liberale Demokratie selbst zunehmend
unter Druck gerät. Es ist möglich, dass sie in wenigen Jahrzehnten
weltweit nur noch in Resten existiert. Die Gefahr kommt vor allem von innen –
von politischen Kräften, die demokratische Verfahren nutzen, um ihre Substanz
auszuhöhlen. In Deutschland stellt die AfD die größte Bedrohung dar. Sie ist nicht einfach eine
radikale Protestbewegung, sondern eine Partei, deren Ziele und Ideologie das
Fundament unseres demokratischen Rechtsstaats bedrohen.

Um die Tragweite dieser Gefahr
zu verstehen, lohnt der Blick über Deutschland hinaus. Denn viele
antidemokratische Bewegungen weltweit basieren auf einer ähnlichen Ideologie.
In den USA prägen Personen wie Donald Trump, JD Vance und der Techmilliardär Peter Thiel
ein politisches Weltbild, das von einem tiefen Misstrauen gegenüber
demokratischen Institutionen und internationaler Kooperation geprägt ist
. Wie ich in meiner ersten
Kolumne zur Ideologie dieser Akteure
 dargestellt habe, stützt sich
dieses Weltbild auf eine radikale und zugleich verzerrte Interpretation der Anthropologie
des französischen Philosophen René Girard.

Girards zentrale Idee, dass
moderne Gesellschaften Konflikte durch staatliche Institutionen zivilisieren,
wird dort bewusst ignoriert. Stattdessen wird behauptet, demokratische
Ordnungen seien zu schwach, um Rivalität zu kontrollieren. Aus dieser Prämisse
wird dann abgeleitet, dass autoritäre Eliten, technokratische Kontrolle oder
private Monopole die bessere Alternative seien. Diese Sichtweise ist
gefährlich, weil sie Demokratie nicht als Lösung gesellschaftlicher Konflikte
versteht, sondern als Hindernis, das überwunden werden müsse. Die AfD knüpft an
dieses Denken an. 

Ein Menschenbild der Angst

Sie teilt mit der
amerikanischen Rechten eine Grundannahme, die im Gegensatz zu dem steht, was
unsere demokratische Ordnung trägt: Sie geht davon aus, dass die Welt aus
unauflösbaren Konflikten besteht, die sich nicht durch Institutionen, Regeln
und Kompromisse, sondern nur durch Macht und Ausschluss bewältigen lassen. In
diesem Weltbild erscheinen demokratische Institutionen als Ausdruck von
Schwäche, während autoritäre Lösungen als vermeintlich effizient und notwendig
dargestellt werden. Die AfD zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die sich
permanent gegen äußere und innere “Bedrohungen” verteidigen müsse. Dies ist
kein zufälliger rhetorischer Stil, sondern ein ideologisches Muster: Politik
wird nicht als Aufgabe verstanden, verschiedene Interessen miteinander zu
vereinbaren, sondern als Abwehrkampf.

Aus dieser Sichtweise entsteht
ein Menschenbild, das von Angst geprägt ist. Individuelle Vielfalt wird als
Risiko, nicht als Chance betrachtet. Pluralismus wird als Spaltung gedeutet.
Rechte und Freiheiten werden relativiert, sobald sie nicht dem eigenen
politischen Lager dienen. Die AfD nutzt dieses Menschenbild, um Misstrauen zu
säen – gegenüber den Institutionen, die die Herausforderungen unserer Zeit
bewältigen sollen.

Die AfD missachtet die Grundlage unseres Wohlstands

Wer das politische Projekt der
AfD nüchtern analysiert, erkennt autoritäre Strukturen, die an das dunkelste
Kapitel der deutschen Geschichte erinnern. Die AfD fordert eine politische
Kontrolle über die Justiz, sie greift unabhängige Medien an, sie relativiert
zentrale Grundrechte und bedient ein ethnisch definiertes Verständnis von
Nation und Zugehörigkeit. Sie behauptet, dass eine angeblich homogene
Volksgemeinschaft existiere, deren “wahrer Wille” von demokratischen
Institutionen verfälscht werde. Dieses Denken ist antidemokratisch und gefährlich,
weil es politischen Pluralismus als illegitim darstellt.

Die Politikwissenschaftler Levitsky und
Ziblatt zeigen in ihrer vergleichenden Analyse
, dass Demokratien nicht durch
Revolution, sondern durch schrittweise Normverletzungen zerfallen. Freedom House dokumentiert diesen Trend weltweit seit Jahren.

Historisch ist dies ein
bekanntes Muster. Demokratien verlieren ihre Substanz selten auf einen Schlag.
Sie erodieren langsam, wenn Institutionen politisiert, Minderheiten
delegitimiert und Rechtsstaatlichkeit relativiert werden. Die AfD bewegt sich
in genau dieser Logik. Sie nutzt demokratische Verfahren, um sie anschließend
zu unterlaufen. Es ist daher kein Alarmismus, sondern
eine historische Lehre, darauf hinzuweisen, dass ein Erstarken der AfD einen
Rückfall in autoritäre und ausgrenzende Muster bedeuten würde, von denen wir
glaubten, sie hinter uns gelassen zu haben. 

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