Griechenland will eine Reihe von Online-Fotos erwerben, die Hinrichtungen von 200 Griechen durch ein Nazi-Eskortkommando während des Zweiten Weltkriegs zeigen. Das gab die Regierung bekannt, nachdem die Bilder am vergangenen Wochenende auf der Verkaufsplattform eBay aufgetaucht waren. Sie sollen die Männer zeigen, als sie am 1. Mai 1944 zu ihrem Tod auf einen Schießstand im Vorort Kaisariani geführt wurden. Obwohl die Erschießungen bekannt waren, existierten bisher keine bekannten Fotos oder Filmaufnahmen des Ereignisses.
Das griechische Kulturministerium teilte mit, es sei “sehr wahrscheinlich, dass es sich um authentische Fotografien handelt”. Man versuche, diese für historische Zwecke zu sichern. Das Kulturministerium ergänzte, dass es “einige rechtliche Komplikationen” gebe, um die Fotos zu beanspruchen. Experten des Ministeriums hätten bereits Kontakt zu dem belgischen Sammler deutscher Militärmemorabilia aufgenommen, und würden ihn in Gent besuchen, um die Authentizität der Fotos zu überprüfen.
Ein Ministeriumsausschuss werde sich auch am Mittwoch treffen, um zu entscheiden, ob die Fotografien als Teil des griechischen Kulturerbes eingestuft werden sollen.
Die Erschießungen von 200 kommunistischen politischen Gefangenen in Kaisariani gehören zu den schlimmsten Gräueltaten während der Besatzung Griechenlands durch das Dritte Reich und bleiben ein prägendes Ereignis für das Land.
Kurz nach der Veröffentlichung der Fotos wurde ein Denkmal für die Opfer am Tatort zerstört; Plaketten mit den Namen der Toten wurden zerbrochen. “Die historische Erinnerung wird nicht ausgelöscht, egal wie sehr es einigen Menschen missfällt”, teilte die Gemeinde Kaisariani auf Facebook mit und kündigte an, das Denkmal zu reparieren.
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